Weiterer Bevölkerungsanstieg für den Thurgau
Laut neusten Bevölkerungsszenarien des Bundesamtes für Statistik wird die Thurgauer Wohnbevölkerung bis zum Jahr 2035 um rund 39'000 Personen oder knapp 16 Prozent zunehmen. Ausschlaggebend dafür ist die Zuwanderung. Die demografische Alterung dürfte im Thurgau ausgeprägter ausfallen als in der Gesamtschweiz.
Bis zum Jahr 2035 wird gemäss dem mittleren (plausibelsten) Szenario des Bundesamts für Statistik die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Thurgau auf rund 286'700 Personen ansteigen. Dies sind rund 39'000 Personen oder 15,8 Prozent mehr als im Jahr 2010. Nach dem tiefen Szenario würden im Jahr 2035 rund 255'000 Menschen im Thurgau leben, nach dem hohen Szenario über 300'000 Personen.
Stärkere Bevölkerungszunahme als in der Schweiz
Gemäss dem mittleren Szenario wird das Bevölkerungswachstum im Kanton Thurgau mit 15,8 Prozent etwas kräftiger als in der Schweiz (+ 12,5 Prozent) ausfallen. Mit Ausnahme des Kantons Zürich, wo sich der Zuwachs mit 15 Prozent etwa im gleichen Rahmen bewegt, übersteigt das für den Thurgau prognostizierte Bevölkerungswachstum auch jenes der Nachbarkantone (St. Gallen: +7 Prozent, Schaffhausen: +3 Prozent).
Wachstum durch Zuwanderungen…
Der erwartete Bevölkerungszuwachs wird entsprechend der Projektionen des Bundesamtes für Statistik hauptsächlich auf die Zuwanderung zurückzuführen sein. Sowohl aus dem Ausland als auch aus anderen Kantonen werden anhaltende Wanderungsüberschüsse erwartet. Nach einem nicht sehr hohen Spitzenwert der Zuwanderung aus dem Ausland im Jahr 2012, der mit der vorgesehenen Erweiterung der Personenfreizügigkeit zusammenhängt, wird für die nachfolgenden Jahre mit einer spürbaren Abschwächung gerechnet. Zum Vergleich: der Höchststand der Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland wurde mit +2'800 Personen im Jahr 2008 beobachtet. Die Prognosen sehen für das Jahr 2012 +1'700 Personen vor und im Jahr 2035 +600 Personen. Die Überschüsse der Weg- und Zuzüge aus und in andere Kantone sind weniger ausgeprägt, wobei auch hier längerfristig rückläufige Zahlen erwartet werden, die aber im positiven Bereich bleiben (2035: +200 Personen).
… und bis 2031 auch durch Geburten
Neben der Zuwanderung trägt, wenn auch in geringerem Mass, der Geburtenüberschuss zum Bevölkerungswachstum bei. Die Zahl der Geburten wächst gemäss dem mittleren Bevölkerungsszenario in den nächsten zehn Jahren kontinuierlich und lässt kurzfristig auch den Geburtenüberschuss (= Lebendgeburten - Todesfälle) ansteigen. Dennoch wird ab dem Jahr 2015 ein rückläufiger Geburtenüberschuss erwartet. Ab 2031 vermag schliesslich die rückläufige Zahl der Geburten die Zunahme der Todesfälle nicht mehr kompensieren. Ohne Wanderungsbewegung würde die Bevölkerung ab dem Jahr 2031 sinken (2035: -300 Personen).
Zunahme der älteren Bevölkerung
Die Altersstruktur wird sich im Verlauf der nächsten Jahrzehnte markant verändern. Am eindrücklichsten ist die massive Zunahme der älteren Menschen. Während im Jahr 2010 rund 39'000 Menschen oder 16 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter waren, dürften im Jahr 2035 mit rund 77'600 (27 Prozent der Bevölkerung) beinahe doppelt so viele Seniorinnen und Senioren im Thurgau leben. Auf jede zweite Person im erwerbsfähigen Alter (20-64 Jahre) käme dann eine Person im Rentenalter.
Weniger Kinder und Jugendliche
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der ständigen Wohnbevölkerung wird sich gemäss den Projektionen des Bundesamtes für Statistik zurückbilden. Waren im Jahr 2010 rund 22 Prozent der Thurgauerinnen und Thurgauer jünger als 20 Jahre, werden es im Jahr 2035 nur noch 19 Prozent sein. Absolut steigt die Zahl der Jüngeren zwischen 2010 und 2035 geringfügig, und zwar von rund 54'100 auf 55'700 Einwohnerinnen und Einwohner.
Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird mittelfristig sinken
Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter dürfte in den nächsten Jahren noch wachsen und 2020 einen Höchststand von 164'000 Personen erreichen. Später sinkt die Wohnbevölkerung dieser Altersgruppe auf einen tieferen Wert als heute (Jahr 2010: 154'600 Personen, Jahr 2035: 153'500 Personen). Entsprechend rückläufig entwickelt sich der Anteil der Personen im Erwerbsalter an der Gesamtbevölkerung in den nächsten 25 Jahren von 62 auf 53,5 Prozent.



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