Kanton Thurgau: Eine diplomierte Lehrperson pro Klasse
Nach den Sommerferien steht vor jeder Klasse im Kanton Thurgau eine diplomierte Lehrperson: Für die 28'630 Schülerinnen und Schüler der Thurgauer Volksschule, die am Montag (15. August), das Schuljahr 2011/12 beginnen, konnten alle Lehrerstellen besetzt werden. Dies gab Walter Berger, Chef des Amtes für Volksschule, an der neunten Sommermedienfahrt am Donnerstag (11. August) bekannt.
Alle Klassen werden im Thurgau mit Beginn des neuen Schuljahres über eine Lehrkraft verfügen: Nachdem Mitte Juni noch 16 Stellen nicht besetzt waren, konnten in der Zwischenzeit für 15 Klassen Lehrpersonen verpflichtet werden. Für eine Stelle wurde schulorganisatorisch eine andere Lösung getroffen. Alle Schülerinnen und Schüler würden somit durch eine qualifizierte Klassenlehrperson unterrichtet, betonte Walter Berger, Chef des Amtes für Volksschule. Zwar sei die Besetzung der Stellen vor allem auf der Primarschulstufe schwieriger geworden, trotzdem hätte man gemäss Angaben der Schulleitungen und Schulbehörden bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Stellen wie gewünscht besetzen können.
Gemäss Gabriela Frei, Präsidentin des Verbandes Thurgauer Schulgemeinden (VTGS), stammen rund 75 Prozent der neu rekrutierten Lehrpersonen aus dem Kanton Thurgau. Der Anteil aus den Kantonen St. Gallen und Zürich beträgt 13 Prozent. Von den Lehrpersonen, welche die Stelle wechselten, blieben 60 Prozent im Thurgau. Nur gerade zehn Prozent wechselten in die Kantone Zürich und St. Gallen. Lediglich ein Prozent der Wechsel sind finanziell motiviert. Für Mehrklassenunterricht würden nur wenige Bewerbungen von jungen Lehrpersonen eingehen, führte Gabriela Frei aus. Schwierig zu finden seien nach wie vor schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie Fachpersonen für Logopädie.
Laut Walter Berger bringt das Schuljahr 2011/12 wenig grundlegende Änderungen. Die Einführung des Englischunterrichts ab der dritten Klasse der Primarschule erreicht in diesem Sommer die fünfte Klasse, in der somit erstmals zwei Fremdsprachen unterrichtet werden. Die Einrichtung von Blockzeiten an Kindergarten und Primarschule erfasst 39 weitere Schulgemeinden. Die 2011 in Kraft getretenen Regelungen bezüglich sonderpädagogischer Förderung – pauschalisierte Beiträge des Kantons und damit grösserer Handlungsspielraum für die Schulgemeinden – verlangten die Ausarbeitung von Förderkonzepten. Erste Schulgemeinden hätten bereits entsprechende Unterlagen eingereicht.



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