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Amerikanischer Ölreichtum nur ein riesiger Bluff

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Die Amerikaner geben an riesige Mengen Gas und Öl aus Schiefer gewinnen zu können. Es gibt Anzeichen, dass dieser "Reichtum" nur eine riesige Inszenierung ala Hollywood ist, die auf dem Ponzi-System basiert und es häufen sich die Ähnlichkeiten mit der Immobilienblase 2005.

Oberflächlich betrachtet sind die Zahlen für einen Laien oder Politiker in der Tat beeindruckend.  Die VSA wollen durch angeblich riesige Schiefergas- und Ölfunde bis 2020 vom grössten Energieimporteur der Welt zum grössten Exporteur von Öl und Gas werden, heisst es. Dadurch ändere sich auch das weltweite Machtgefüge.

Schätzungen zufolge ist das meiste VS-Fracking-Öl auch bei Preisen von 50 bis 60 Dollar noch profitabel und die Amerikaner könnten so sicher mit dem Verkauf gute Geschäfte machen. Statt jedoch nun zu exportieren und sich eine goldene Nase zu verdienen, müssen sie Öl in immer grösseren Mengen importieren und die Politik wehrt sich gegen die Aufhebung des Exportverbotes. So erhöhten die Amerikaner trotz ihres angeblichen Ölreichtums im eigenen Land die Einfuhr von Rohöl.Allein die Importe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stiegen im August diesen Jahres um 2 Millionen Barrel und in den vergangenen 7 Wochen Wochen betrugen die Rohölimporte sogar über 7,2 Mio. Barrel.

Auch sollte man meinen, dass der Reichtum an Öl beim Verbraucher ankäme aber die Amerikaner müssen jetzt immer tiefer in die Tasche greifen um ihre Spritschleudern am Laufen zu halten. Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin ist, trotz der angeblich "grossen" Erfolge beim Fracking und des "Reichtums" an Öl, von $ 3,53 auf 3,69 $ innerhalb eines Monats angestiegen.

Massenmedien weltweit verkündeten gleichgeschaltet aus heiterem Himmel, dass die VSA zum weltweit grössten Energieriesen werden würden, allein durch die Shale Revolution. Kürzlich sagte Präsident Barack Obama, die VSA könnten die Abhängigkeit der Ukraine vom russischem Gas wegen des spektakulären Wachstums der Extraktion von Erdgas und Öl aus Schiefergesteinsformationen in den VSA lösen. Es gibt nur eine Sache die falsch an diesem Bild ist, das wird niemals passieren ...

Laut Daten der VS-Regierung sei angeblich zwischen 2005 und 2010 der Beitrag von Shale Gas in den VSA  von 2 Prozent auf mehr als 20% gestiegen und 2011 verkündete man einen Allzeitrekord für die Produktion. Doch das Schiefergas kommt nur aus einer kleinen Anzahl von Bereichen mit sehr hohen und lebensfähigen Schieferfelsformationen, die Gas und Öl in den Zwischenräumen der sedimentären Schieferfelsen gespeichert haben. Die wichtigsten Schiefergasgebiete sind Barnett Shale in Texas im Fort Worth-Becken, die Fayetteville und Woodford Schiefervorkommen des Arkoma Beckens in Arkansas und Oklahoma, Haynesville Shale an der Texas Louisiana Grenze, das Marcellus Shale im Appalachen-Becken und zuletzt das Eagle Ford Shale im Südwesten von Texas.

Eine Gruppe der Universität in Massachusetts führte eine Analyse der Produktionsdaten der grossen VS-Schieferregionen durch. Was sie fanden ist ernüchternd. Während die erste Produktion bei den meisten Schiefergasbohrungen ungewöhnlich hoch war, ein wesentlicher Bestandteil der Wall Street Schiefergas-Hype, sank die Förderung danach in den gleichen Gasregionen dramatisch. Sie fanden zum einen heraus, im Allgemeinen neigt Schiefer zu einer guten Leistung um 60% oder mehr bei der anfänglichen Produktion. Diese fällt jedoch schon in den ersten 12 Monaten. Das Zweite ist, dass die zur Verfügung stehenden längerfristigen Produktionsdaten nahe legen, dass die Ebenen des Produktionsrückgangs in späteren Jahren moderat sind, oft weniger als 20% pro Jahr.

Übersetzt bedeutet dies, dass man im Durchschnitt nach vier Jahren nur noch 20% des ursprünglichen Gasvolumens aus einer bestimmten Horizontalbohrung mit Fracking erzielen kann und nach sieben Jahren nur noch 10%. Das reale Volumen des Schiefergasbooms zeigte sich im Jahr 2009, als in den Bereichen in denen erhebliche Bohrungen stattgefunden hatten, schnell 80% und bald um 90% aufgebraucht waren. Der einzige Weg wie Öl-oder Gasbohrungen es immer wieder schaffen das Produktionsvolumen aufrechtzuerhalten ist, immer mehr Brunnen zu bohren bis ganze Landstriche aussehen wie ein Emmentaler Käse, immer mehr Geld auszugeben und immer mehr Schulden in der Hoffnung auf einen starken Anstieg des VS-Inlandsgaspreises anzuhäufen. Schieferenergieunternehmen müssen mehr ausgeben als sie in Nettogewinn machen. Alles bewegt sich einer Blase der "Junk" Anleiheschulden, um den Ponzi-Trick in Gang zu halten.

Um konkret zu sein, die grossen Schieferformationen in den VSA gibt es nicht und der absolute Produktionsrückgang wird in weniger als sechs oder sieben Jahren beginnen.

Geschäfte mit Schieferbohrungen können nur am Leben erhalten werden, weil die Wall Street und andere Investoren weiterhin Geld in sie hineinpumpen als sei morgen der letzte Tag. Diese Leute haben offenbar Drogen genommen oder sind einfach nur verrückt. Sie können nicht aufhören den Traum vom Schieferboom zu träumen und haben dabei jeden Realitätsbezug verloren. Es gibt immer deutlichere Ähnlichkeiten zur weltweiten Finanzkrise ab 2007, die als VS-Immobilienkrise begann. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts. Ebenso "spekulativ aufgebläht" sind die Erfolge der Gewinnung von Öl und Gas aus Schiefer.

Investmentfonds verzweifelt.

Sie suchen krampfhaft nach immer mehr Investitionen die höhere Zinsen abwerfen könnten. Sie sind so verzweifelt, dass sie Geld in Schiefergas- und Ölbohrungen oder kleine Ölgesellschaften pumpen wie nie zuvor. Diese Unternehmen erarbeiten Verluste, sind mit Schulden belastet und die Ratingagenturen bewerten sie deshalb als "Junk". Eines dieser Unternehmen, "Rice Energy", verkaufte seine Anleihen im April mit einem Standard & Poor Rating von CCC +, sieben Stufen unter dem Investment Grade. Das ist unter dem Mindest Risiko- / Qualitätsniveau, das den grossen Investoren, wie Pensionskassen und Versicherungen in den VSA, erlaubt ist zu kaufen. S & P sagt, bei Schulden die im CCC Bereich bewertet sind besteht "derzeit die Gefahr des Zahlungsverzugs." Trotzdem war "Rice Energy" in der Lage sich Geld zu einem erstaunlich niedrigen 6,25 Prozentzinssatz zu leihen.

Von den 97 Energie Explorations- und Produktionsunternehmen bewertet S & P  75 als "Junk" oder unter dem Investment Grade. Die Gewinnung von Gas und Öl aus Schiefer ist einen grosser Bluff, der sich nach dem "Ponzi-Trick" als "Energierevolution" verkleidet hat. Fracking und die Hype darum basieren auf dem Prinzip eines schmelzenden Eiswürfels, denn wenn du nicht wächst, musst du sterben. Insbesondere für Europa, das glaubt von den Amerikanern beliefert zu werden zu können, um so eine Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas zu erreichen, ist das jetzt ein Drama. Man hat in Brüssel auf das "verkehrte Pferd" gesetzt und sich mit der Politik gegenüber Russland gerade selbst einen "Beinschuss" verpasst.

Anders dürfte es auch denen nicht gehen, die ihre gesparten Rappen und Franken in die amerikanische Fracking - Industrie investiert haben. Wie auch bei der Immoblienblase werden hier Abermilliarden einfach so verbrannt und die Anleger aus aller Welt werden bald mit leeren Taschen dastehen.

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