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WEKO büsst das Schweizer Franken-Spread-Kartell

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Die Wettbewerbskommission (WEKO) schliesst die Untersuchung bezüglich der auf Zinsderivaten in Schweizer Franken berechneten Geld-Brief-Spannen (Spreads) mit einer einvernehmlichen Regelung und Bussen von insgesamt rund CHF 5.4 Mio. ab.

Die WEKO gelangte zum Ergebnis, dass die vier international tätigen Banken Credit Suisse, JPMorgan, Royal Bank of Scotland (RBS) und UBS in der Zeit zwischen Mai und September 2007 ein Kartell von auf Zinsderivaten in Schweizer Franken berechneten Geld-Brief-Spannen gebildet hatten. Alle beteiligten Banken haben eine einvernehmliche Regelung unterzeichnet, welche von der WEKO am 5. Dezember 2016 genehmigt wurde. Die WEKO verhängte Sanktionen von insgesamt rund CHF 5.4 Mio. Der UBS wurde die Sanktion erlassen, da das Unternehmen die WEKO vom Kartell in Kenntnis gesetzt hatte. Die RBS und die JPMorgan erhielten aufgrund der Bonusregelung für ihre Zusammenarbeit mit der WEKO während der Untersuchung eine Reduktion ihrer Sanktionen. Die einzelnen Sanktionen betragen CHF 2.042 Mio. für die Credit Suisse, CHF 2.549 Mio. für die JPMorgan und CHF 0.856 Mio. für die RBS. Diese Verfügung beendet das Verfahren Spread auf Schweizer Franken-Zinsderivaten.

Die Untersuchung der WEKO ergab, dass zwischen Mai und September 2007 die Credit Suisse, die JPMorgan, die RBS und die UBS vereinbarten, gegenüber Dritten weitere feste Geld-Brief-Spannen für OTC-Zinsderivate in Schweizer Franken zu notieren und gleichzeitig untereinander an engeren Spannen für Abschlüsse festzuhalten.  

Zinsderivate sind Finanzprodukte, die von Banken und Unternehmen für die Handhabung des Zinsschwankungsrisikos verwendet werden. Bei der „Geld-Brief-Spanne“ (Spread) handelt es sich um die Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Market-Maker bereit ist, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen bzw. zu kaufen.

Der Entscheid der WEKO kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

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