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Wie beliebt ist der Bitcoin wirklich?

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Spricht man über Kryptowährungen, so meint man fast immer den Bitcoin. Nicht nur, dass es sich hier um die erste digitale Währung handelt, die vor über zehn Jahren das Licht der Welt erblickte, macht der Bitcoin auch rund 70 Prozent des Krypto-Marktvolumens aus. Überraschend ist daher der Umstand, dass der Bitcoin aber nicht die am meisten genutzte Kryptowährung ist. In dieser Kategorie muss sich der Bitcoin mit dem zweiten Platz begnügen.

Die Daten von CoinMarketCap zeigen nämlich, dass die digitale Währung Tether das höchste tägliche wie auch monatliche Handelsvolumen hat. Berücksichtigt man die Marktkapitalisierung, die 36 Mal tiefer als beim Bitcoin ist, so mag das auf den ersten Blick absolut nicht nachvollziehbar sein.

Das Tether-Geheimnis

Folgt man den Daten der Analysten, so begann der Überholvorgang erstmals im April 2019. Seit August liegt das Handelsvolumen bei durchschnittlich 21 Milliarden US Dollar/Tag - das ist, verglichen mit dem Handelsvolumen des Bitcoin, ein Plus von rund 18 Prozent.

Bei Tether handelt es sich um einen sogenannten Stable Coin. Die Kryptowährung wurde derart konzipiert, dass es kaum Preisschwankungen gibt. Aufgrund der Tatsache, dass die Kryptowährung 1 zu 1 an den US Dollar gebunden ist, gibt es also keine so starken Schwankungen wie beim Bitcoin.

Doch ist das der Grund des Tether-Erfolgs? Thaddeus Dryja, ein Forscher des Massachusetts-Instituts für Technologie, hat gegenüber Bloomberg behauptet, dass es „vielen Menschen gar nicht bewusst ist, dass sie Tether nutzen“.

Da Banken nämlich Bedenken gegenüber Kryptowährungen wie den Bitcoin haben, wird den Kryptobörsen oftmals kein Bankkonto gewährt. Das bedeutet, dass die Börsen somit keine US Dollar für die Kunden halten können. „Nun brauchen sie einen Ersatz. Hier kommt dann Tether ins Spiel“, so Dryja.

Aber auch Tether geriet schon mehrfach in das Kreuzfeuer der Kritik. Der Stable Coin wird von einer Privatfirma, die in Hong Kong sitzt, ausgegeben. Noch ist unklar, wie man das Angebot steuert. Zudem weiß man auch nicht, wie hoch der mit US Dollar hinterlegte Tether-Anteil ist.

Deutsche bleiben kritisch


„Bitkom“ hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie beliebt der Bitcoin in Deutschland tatsächlich ist. Das Ergebnis war ernüchternd. Es sieht ganz so aus, als würde der Deutsche absolut nichts mit der Kryptowährung anfangen können. Einerseits sei man ausgesprochen skeptisch, andererseits würde überhaupt nur jeder fünfte Bundesbürger in Betracht ziehen, den Bitcoin nutzen zu wollen.

Wohl auch deshalb, weil die letzten Jahre gezeigt haben, dass man durchaus starke Nerven braucht, wenn man sein Geld in den Kryptomarkt investiert. Denn lag der Bitcoin noch gegen Ende 2017 bei knapp 20.000 US Dollar, so folgte dann 2018 der Absturz auf 3.000 US Dollar. Auch wenn sich der Bitcoin dann zwischen Februar und Juni 2019 erholte und wieder an der 14.000 US Dollar-Grenze kratzte, so kam es neuerlich zum Absturz auf 8.000 US Dollar (Stand: Mitte Oktober 2019).

Wenn man sein Geld in den Bitcoin investieren oder mitunter auf die Kursentwicklung wetten will, so ist es wichtig, dass man sich von Anfang an bewusst ist, dass es auch immer in die andere Richtung gehen kann. Die aktuellen Prognosen sind zwar vielversprechend, aber keinesfalls eine Gewinngarantie.

Warum sich auch Privatanleger mit dem Kryptomarkt befassen

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Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB) hat die klassischen Veranlagungen zerstört. Denn wer investiert schon sein Geld, wenn der Zinssatz im Bereich der 0,0125 Prozent liegt? Wer also sein Geld gewinnbringend investieren will, der braucht heutzutage eine Alternative zum Sparbuch oder Tagesgeld. Doch ist der Bitcoin eine Alternative? All jene, die sich als chancenorientiert bezeichnen, können hier durchaus Geld investieren - wer etwa zu Beginn des Jahres um 3.000 US Dollar einen Coin gekauft hat, konnte diesen dann Ende Juni um rund 13.800 US Dollar verkaufen. Das wäre ein Gewinn von fast 11.000 US Dollar gewesen.

Hat man hingegen erst in den Bitcoin investiert, als dieser bei 13.000 US Dollar lag, so müsste man nun einen (bisherigen) Verlust von um die 5.000 US Dollar verbuchen.

Am Ende geht es also immer um den richtigen Zeitpunkt.

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