Euro-Krise: Jetzt Portugal ?
Die Schuldenkrise in der EU scheint sich weiter zuzuspitzen. Allem Anschein nach machen sich die Investoren darauf gefasst, dass Portugal das Schicksal Griechenlands und Irlands wiederholt und um Unterstützung aus dem europäischen Stabilisierungsfonds bitten wird.
Die EU-Wirtschaft ist ernsthaft krank, ein Arzneimittel ist aber immer noch nicht gefunden. Ende vergangenen Jahres nahmen viele Wirtschaftsexperten an, die Schuldenkrise der Euro-Zone werde 2011 voraussichtlich zum wirtschaftlichen Top-Thema. Die beunruhigenden Prognosen gehen anscheinend sofort in Erfüllung.
Merkel und Sarkozy sollen Portugal nahelegt haben, 50 bis 100 Milliarden Euro beim europäischen Antikrisenfonds zu „pumpen“. In diesem Jahr steht Lissabon eine Umstrukturierung von Schulden in Höhe von 20 Milliarden Euro bevor - zehn Milliarden davon sind schon im Frühjahr fällig. Die souveräne Verschuldung Portugals machte im Dezember rund 112 Prozent des BIP aus - die Staatsschulden Griechenlands lagen zum Vergleich bei 95 Prozent des BIP.
Die portugiesische Regierung behauptet vorerst, sie brauche keine Hilfe. Wie Premier Jose Socrates versichert, konnte Portugal das Haushaltsdefizit von 9,3 Prozent 2009 auf 7,3 Prozent des BIP herabsetzen. Statt Brüssel um Hilfe zu bitten, hoffen die portugiesischen Finanzbehörden auf Einnahmen aus einer für den heutigen Mittwoch geplanten Emission von Staatsobligationen.



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