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Arbeitsschutz in der Schweiz: Arbeitgeber müssen Schutzausrüstung zahlen

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Pro Stunde haben rund 100 Arbeitnehmer in der Schweiz während ihrer Beschäftigungszeit einen Unfall. An jedem zweiten Tag endet ein Arbeitsunfall sogar tödlich. Schutzausrüstung tragen kann helfen Leben zu retten.

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Im Jahr 2016 wurden durch die Schweizer Berufsunfallversicherung rund 266.000 Fälle registriert - womit die Unfallzahlen seit einigen Jahren konstant bleiben. Insgesamt ist diese Entwicklung durchaus als positiv zu beurteilen, weil beachtet werden muss, dass die Zahl der Erwerbstätigen im selben Zeitraum deutlich gestiegen ist. Erfahrungen zeigen allerdings, dass ein höheres Bewusstsein für Arbeitssicherheit und eine entsprechend umfangreiche Arbeitsschutzausrüstung dafür sorgen könnte, dass die Häufigkeit der Unfälle weiter abnehmen könnte. Angestellte, die bei der Schutzausrüstung Mängel feststellen, sollten dem Arbeitgeber durchaus auf die Finger klopfen: Für die lückenlose Ausstattung ist der Unternehmer verantwortlich.

Arbeitsunfälle gehören leider zum Berufsalltag

Anders aufbereitet erscheint die Zahl der Arbeitsunfälle in der Schweiz durchaus bedrohlich: pro Stunde sind es rund 100 Arbeitnehmer, die von einem Arbeitsunfall betroffen sind. Alle zwei Tage ereignet sich sogar ein tödlicher Arbeitsunfall. Zu den häufigsten Ursachen zählt dabei das Abstürzen von einer höher gelegenen Plattform, sowie Kraneinsätze oder Stolpern. Unter den Schweizer Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern gibt es weniger als ein Prozent, in denen in einem Betrachtung Jahr kein Arbeitsunfall verzeichnet werden konnte. Es zeigt sich also: Trotz der Bemühungen der Gesetzgeber bleibt das Thema Arbeitssicherheit in der Schweiz ein wichtiges Anliegen.

Gesetzgeber schützt Arbeitnehmer umfangreich


Dabei sind viele Akteure beteiligt, wenn es um die Ausarbeitung der Gesetzgebung geht: das Arbeitsgesetz (ArG) für den allgemeinen Gesundheitszustand am Arbeitsplatz ist unter anderem für Arbeits- und Ruhezeiten sowie den Schutz von Jugendlichen Arbeitnehmern verantwortlich. Diese Aspekte haben indirekt durchaus einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitssicherheit, weil es häufig auch Konzentrationsmangel ist, der zu schwerwiegenden Unfällen führen kann. Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) macht präzisere Vorschriften zur Arbeitssicherheit und definiert eindeutige Präventionsmassnahmen, die Berufsunfälle und Berufskrankheiten verhindern sollen. Je nachdem, welche Gefahren von dem konkreten Betätigungsfeld ausgehen, muss der Arbeitgeber hier Gegenmassnahmen bestimmen und diese auch zu kommentieren.

Gleichzeitig werden die Leistungen nach einem Berufsunfall geregelt. Voraussetzungen für Leistungen aus der Unfallversicherung ist, dass ein gesundheitlicher Schaden durch einen Arbeitsunfall herbeigeführt wurde. Unterschieden wird dabei aus Sicht der Versicherung zwischen einer Phase vor dem "Fallabschluss" und danach. Bei Ersterem wird davon ausgegangen, dass durchaus noch eine gesundheitliche Verbesserung eintreten kann. Während der Behandlung übernimmt die Unfallversicherung die Kosten für die Heilbehandlung. Kann währenddessen nicht gearbeitet werden, wird auch ein Unfalltagegeld gezahlt. Ist keine Verbesserung der Gesundheitssituation mehr zu erwarten, erfolgt der sogenannte "Fallabschluss". Bei einer festgestellten Erwerbsunfähigkeit für mindestens 10 % wird eine Invalidenrente gezahlt.

Persönliche Schutzausrüstung: Arbeitgeber in der Pflicht

Auch das Mitwirkungsgesetz (MwG) nimmt Einfluss auf die Arbeitssicherheit in Schweizer Unternehmen; wie der Name zu erkennen gibt soll hierbei der Arbeitnehmer mit ins Boot geholt werden. Obwohl der Arbeitgeber bei der Vermeidung von Unfällen die Hauptverantwortung trägt, wird auch eine aktive Beteiligung durch die Beschäftigten verlangt. Zu der Pflicht der Arbeitgeber gehört es beispielsweise, Arbeitskleidung bereitzustellen. Die Kosten hierfür können insbesondere bei hoher Qualität durchaus üppig ausfallen, bei der Online-Bestellung der Ware kann allerdings einiges an Geld gespart werden. Auf diese Weise lässt sich ausserdem eine grosse Auswahl an Arbeitsschutzausrüstung nutzen, ohne dass hinsichtlich der Qualität Kompromisse eingegangen werden müssen.

Weiterhin ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine genaue Einweisung in die Nutzung des Equipments sowie der Arbeitsschutzausrüstung zu geben. Wird einmal eine Reparatur, eine Reinigung oder ein Ersatz für diese Ausrüstung notwendig, sind die Kosten hierfür ebenso vom Arbeitgeber zu übernehmen. Insgesamt zeigt sich also: Erwerbstätige in der Schweiz sind durch den Gesetzgeber umfangreich geschützt. In Verbindung mit einer stärkeren Sensibilisierung für die Gefahren des Arbeitsalltags kann eine hochwertige Schutzausrüstung dafür sorgen, dass sich die Zahl der Arbeitsunfälle in der Schweiz nachhaltig senken lässt.

 

Foto: © Dmitriy Shironosov

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