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Arbeitgeber würden gern mehr Flüchtlinge anstellen

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Viele Arbeitgeber in der Schweiz wären grundsätzlich bereit, Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen zu beschäftigen. Es fehlen ihnen jedoch Informationen zu den Anstellungsbedingungen, sie befürchten zusätzlichen Aufwand und haben Bedenken, was die Qualifikation dieser Arbeitssuchenden betrifft.

Der ehemalige Sonderbotschafter für Migrationsfragen, Eduard Gnesa, hat seit Dezember 2017 im Auftrag des SEM insgesamt 55 Interviews mit Arbeitgebern, Sozialpartnern, Branchenverbänden, staatlichen und kantonalen Stellen sowie Integrationsexperten geführt.

Als Beauftragter für Flüchtlinge und Wirtschaft hatte er die Aufgabe, die Anliegen der Wirtschaftsakteure aufzunehmen und mögliche Hürden für eine Beschäftigung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommene Personen zu identifizieren. Gleichzeitig sollte er die Vertreter der Unternehmen dafür sensibilisieren, dieses inländische Potenzial an Arbeitnehmenden künftig stärker zu nutzen. In diesen Gesprächen hat sich gezeigt, dass die meisten Arbeitgeber durchaus bereit wären, Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene auszubilden, anzustellen und ihnen geeignete Arbeits- und Lehrstellenplätze zur Verfügung zu stellen.

Es zeigte sich jedoch auch, dass noch einige Hürden bestehen. Den Arbeitgebern fehlen Informationen zu den Anstellungsbedingungen, sie befürchten einen hohen administrativen und finanziellen Aufwand bei der Anstellung und Betreuung dieser Personen, und sie haben Bedenken in Bezug auf deren berufliche Qualifikation.

Viele Flüchtlinge sind Analphabeten

Ein Wirtschaftsprofessor an der Universität München sagt, dass 65 % der Flüchtlinge nicht die internationalen Standards der grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten erfüllen, sie seien "Funktionale Analphabeten".

Laut einer Studie ist die Hälfte der Flüchtlinge unter 25 und hat noch nie eine Ausbildung gemacht. Ihre Fähigkeiten zu lernen, lesen und zu schreiben, sind in den Teenager-Jahren verblasst. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die Mehrheit der jungen Flüchtlinge eine dreijährige Ausbildung nicht schaffen wird", sagt Ludger Wössmann, Wirtschaftsprofessor an der Universität München . "Siebzig Prozent der Asylsuchenden aus Syrien, Afghanistan und im Irak, die eine Ausbildung begannen, haben diese vor dem Abschluss wieder aufgegeben."

Laut dem Wirtschaftsprofessor wird es mindestens 25 Jahre dauern, bis die Kinder dieser ungebildeten Eltern einen Beitrag zur Wirtschaft werden leisten können. Bis dahin sind sie auf Sozialleistungen angewiesen.

Bild: © radekprocyk

 

 

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