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Extras für gesuchte Fachkräfte: Fringe Benefits

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Der Fachkräftemangel belastet die Schweizer Wirtschaft seit Jahren. Deshalb müssen Unternehmen sich etwas einfallen lassen, wenn sie qualifiziertes Personal von sich überzeugen wollen. Immer mehr von ihnen buhlen mit diversen Zusatzleistungen um die begehrten Mitarbeiter.

Starker Wettbewerb auf dem Stellenmarkt

Der jährliche Fachkräftemangel-Index von Spring Professional für 2019 bringt es an den Tag: Seit Jahren leidet die Schweiz unter einem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern bei stetig steigendem Beschäftigungswachstum in der letzten Dekade. Innert eines Jahres hat sich die Situation für die Unternehmen noch einmal verschlimmert. Besonders gesucht sind Fachkräfte im Ingenieurswesen, in Technikberufen und im Treuhandwesen.

Der Arbeitsmarkt ist dadurch zu einem Arbeitnehmermarkt geworden, der Wettbewerb um gut ausgebildete junge Talente hat sich verschärft. Mit sogenannten «Fringe Benefits» versuchen Unternehmen, sich auf dem Stellenmarkt möglichst positiv zu positionieren

Freiwillige Zusatzleistungen

Fringe Benefits sind Extra-Leistungen, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden zusätzlich zum Lohn bietet. Sie werden unabhängig von der Arbeitsleistung des Mitarbeitenden oder dem Geschäftsergebnis des Unternehmens vergeben. Zu den gängigen Benefits gehören

 

·       Aktien

·       Angebote zur Vermögensbildung

·       Bezuschusstes Mittagessen

·       Dienstwagen

·       Digitale Endgeräte, auch zum privaten Gebrauch

·       Fahrgeldzuschüsse

·       Gratifikationen

·       Mitarbeiterrabatte beim Bezug von Unternehmensprodukten oder -dienstleistungen

·       Prämien bei erfolgreichen Geschäftsabschlüssen

·       Rabatte auf bestimmte Konsumgüter

·       Umzugskosten (Übernahme beim Zuzug wegen Neueinstellung)

·       Unternehmensparkplätze

Um ihre positive Wirkung zu entfalten, müssen Fringe Benefits auf die realen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten sein und der Unternehmensphilosophie entsprechen. Die Zusatzleistungen sollten daher möglichst facettenreich sein, damit für jeden etwas dabei ist und sich niemand übergangen fühlt.

Fürs Unternehmen ist es wichtig, dass die Benefits genau budgetiert sind. Eine regelmässige Kontrolle der Massnahmen ist mindestens ebenso wichtig. Von Zeit zu Zeit ist es ratsam, die Akzeptanz der Zusatzleistungen bei den Mitarbeitenden zu prüfen – zum Beispiel in Form einer anonymen Umfrage im Intranet.

Auf diese Weise lassen sich die Fringe Benefits zeitnah anpassen, wenn sich die Bedürfnisse und Wünsche der Belegschaft ändern. So ist sichergestellt, dass die freiwilligen Massnahmen für ein Höchstmass an Zufriedenheit und Loyalität bei der Belegschaft sorgen.      

Einkaufsschnäppchen, Kinderkrippen und Talentförderprogramme

Besonders grosse Unternehmen haben einen umfassenden Katalog an Zusatzleistungen, mit dem sie in ihren Jobofferten und auf ihren Webseiten für sich werben. Siemens beispielsweise hat ein Angebot, das mehrere DIN-A4-Seiten füllt. Zu den Fringe Benefits des internationalen Konzerns gehören unter anderem besonders günstige Einkaufsgelegenheiten, Versicherungen sowie Leistungen aus den Bereichen Gesundheit und Fitness.     

 Auch der Finanzdienstleister Swiss Life Select hält für potenzielle Mitarbeiter attraktive Anstellungskonditionen bereit. Das Unternehmen bietet seiner Belegschaft neben flexiblen Arbeitszeitmodellen und einer Mobile-Office-Option die Möglichkeit eines Sabbaticals. Ausserdem gibt es bei Swiss Life Select interne Aus- und Weiterbildungsangebote, Talentförderprogramme sowie Vorzugskonditionen beim Erwerb von Finanzprodukten. Auch im sozialen Bereich zeigt Swiss Life Select Engagement: Wer daheim Angehörige pflegen muss, erhält dazu fünf freie Tage im Jahr.

Das Energie- und Automatisierungsunternehmen ABB hat ebenfalls ein facettenreiches Fringe-Benefits-Angebot. Dazu gehören unter anderem eine Kinderkrippe, ein erweiterter Mutterschaftsurlaub sowie Gratisgetränke.

Manchmal setzen Firmen auch thematische Schwerpunkte: So fördert das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers besonders die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden. Dazu gewährt PwC ganze 60 Lohnnebenleistungen, die der Familie und der Gesundheit der Mitarbeiter zugute kommen sollen.

 

Bild: © Pixabay/Dirk_Wouters

 

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