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Direktvermarktung der Bauern boomt

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Die Direktvermarktung nimmt in der Schweizer Landwirtschaft rasant zu. Die Bauernfamilien reagieren damit auf den Preisdruck im Handel und die tiefen Produzentenpreise.

Immer mehr Bauernfamilien diversifizieren ihren Betrieb und suchen Wege, bessere Preise für ihre Produkte zu erzielen und die Wertschöpfung auf dem Hof zu erhöhen. Das zeigen aktualisierte Zahlen des Bundesamts für Statistik. Gaben 2010 noch 7084 Betriebe an, hofeigene Produkte direkt zu verkaufen, waren es in der letzten Erhebung 2016 bereits 11'358. Das entspricht einer Zunahme von 60 Prozent. Ebenfalls im Trend ist die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Betrieb, zum Beispiel mit der Herstellung von Konfitüre, Most, Sirup, Brot und ähnlichem mehr. 6252 Bauernfamilien verarbeiten ihre Rohstoffe auch auf dem Betrieb.

Der dritte Sektor, in dem sich die Bauernfamilien vermehrt betätigen, sind Forstarbeiten sowie die Bearbeitung von Holz, sei es zu Schnitzeln für Schnitzelheizungen oder zu Brennholz generell. 17'395 Bauernhöfe weisen unterdessen Tätigkeiten im Wald/Holzbereich aus. Andere Zusatzangebote auf dem Bauernhof wie soziale Be-treuungsfunktionen oder auch die Gastronomie nehmen in der Tendenz eher ab. Dies dürfte in erster Linie am hohen Arbeitsaufwand bei relativ tiefen Erträgen bei diesen Tätigkeiten liegen. Das Angebot im Bereich Übernachtungen blieb bei etwas über 2000 Betrieben praktisch stabil.

Aktuell geben 58 Prozent aller Bauernhöfe Diversifikationstätigkeiten auf dem Betrieb an. Bei 13 Prozent ist die wirtschaftliche Bedeutung vernachlässigbar. Bei knapp 40 Prozent haben diese Tätigkeiten aber einen Umsatzanteil zwischen 10 und 50 Prozent. Gerade noch 5 Prozent erzielen mehr als 50 Prozent des Umsatzes mit ausser-landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Hof und haben dort ihr finanzielles Hauptstandbein aufgebaut. Sehr unterschiedlich dürfte je nach Hof der erzielte Stundenlohn sein. Denn gerade die Verarbeitung und Direktvermarktung mit Hofladen und Teilnahme an Wochenmärkten sind sehr arbeitsintensiv. Doch die tiefen Produzentenpreise im Handel lassen die Betriebe vermehrt in alternative Verkaufsformen einsteigen. Sie steigern so die Wertschöpfung auf dem Betrieb, statt sich eine externe Arbeit zur Aufstockung des Einkommens zu suchen.

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