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Sommerzeit ist Kirschenzeit

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Nun glänzen sie wieder überall. Schön verpackt in ihren Körbchen liegen die Kirschen auch bei den Grossverteilern. Bis es soweit ist braucht es viel Handarbeit, Technik und ein gut funktionierendes Betriebsmanagement.

Es ist morgens um fünf auf dem Betrieb von Lehner Früchten in Braunau. Der Tau liegt noch auf den Gräsern, die Sonne geht langsam auf und die frische Morgenluft tut gut. Auf die rund 30 Erntehelfer wartet ein geschäftiger Morgen. Die reifen Kirschen müssen gepflückt werden, bevor die Sonne allzu hoch am Himmel steht. Aus den Händen der Pflücker gelangt die Steinfrucht in grüne Kisten. Von dort geht es mit dem Quad weiter zur Hydrocool-Anlage. Hier werden die Kirschen mit eiskaltem Wasser geduscht, damit die Kerntemperatur möglichst rasch sinkt und die Kirschen ihre Morgenfrische nicht verlieren.

Anschliessend fahren Lehners Kirschen mit dem Kühlwagen weiter zur Tobi Seeobst AG. Dort werden sie geprüft auf Grösse, Festigkeit, Schäden und Zuckergehalt. Je nach Resultat erhalten die jeweiligen Kirschen die Klassifizierung Premium, Standard oder Vorbehalt. Erst dann erfährt der Bauer auch, welchen Preis er für die Kirschen bekommt. Die Tobi Seeobst AG verteilt die Thurgauer Kirschen anschliessend an die Grossverteiler wo sie schön portioniert und frisch auf ihre Abnehmer warten.

Problem Kirschessigfliege

Die kleine Taufliege, eingereist aus Asien, verursacht grosse Schäden im Obstbau, da sie reife Früchte liebt und dort ihre Eier legt. Aufgrund des kurzen Generationszyklus vermehrt sie sich extrem rasch. Und befallenen Früchte können nicht mehr verwendet werden. Insektizide wie das eingesetzte Bio-Mittel Audienz wirken nur gegen bereits geschlüpfte Kirschessigfliegen und deshalb nur bedingt. Um sich gegen die Kirschessigfliege zu schützen ist ein gutes Betriebsmanagement notwendig. Dies bedeutet: die Anlage rechtzeitig komplett mit feinen Netzen überziehen, alle reifen Früchte sofort ablesen und die überreifen fachgerecht entsorgen. Idealerweise ist man der Kirschessigfliege immer einen Schritt voraus, was bedeutet, dass während der Ernte möglichst viele Helfer zur Verfügung stehen. Nur so sind feine, gesunde Kirschen für den Konsumenten gewährleistet.

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