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Neues vom DAX30

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Zum ersten Mal im Verlaufe des Jahres 2019 sieht es aktuell so aus, als würde sich die Zusammensetzung tatsächlich verändern. Der rapide Verfall des Aktienkurses von Thyssenkrupp wird nämlich dazu führen, dass ein Platz unter den 30 besten Aktien Deutschland frei werden wird. Die Spekulationen darüber, wer diesen Platz einnehmen wird, dürften auch bald ein Ende haben. Wie es sich abgezeichnet hat, waren bis zuletzt der Triebwerksbauer MTU und die Deutsche Wohnen aus Berlin im Rennen um diesen einen freien Platz. Nun dürfte es wohl MTU Aero Engines aus München sein, die Thyssenkrupp ersetzen wird.

Dass es in der Zusammensetzung des DAX zu einer Veränderung kommen dürfte, war spätestens seit Ende August klar, als die Indizes durch die Deutsche Börse in ihrer Zusammensetzung geprüft wurden. Laufende Strategiewechsel, verbunden mit starken Kursverlusten, haben dazu geführt, dass sich die Lage beim ohnehin schon seit Jahren schlingernden Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp massiv verschlechtert hat. Für die Sanierung des Konzerns ist nicht nur eine abermalige Neuausrichtung, sondern wohl auch der Abbau von rund 6000 Stellen nötig. Alleine 2000 davon sollen in der Sparte Stahl eingespart werden. Einzelne Teile des Konzerns könnten auch abgespalten werden.

Verunsicherung prägt den Markt

Abgesehen von den wohl anstehenden Veränderungen in der Zusammensetzung präsentiert sich die Lage beim DAX dieser Tage jeweils sehr stabil, wenn auch ein wenig zu oft rückläufig. Politische Entwicklungen wie der gesamte Prozess zu einem Brexit mit oder ohne Deal sowie die Querelen in Hong Kong führen dazu, dass viel mehr beobachtet als tatsächlich gehandelt wird. Das Resultat davon sind täglich leicht zurückgehende Kurse oder nur gerade geringer Zuwachs. Die Erfahrung zeigt, dass die Börsianer während einem politischen Machtkampf, wie ihn Boris Johnson momentan ausficht, lieber zusehen, als dass sie auf dem Börsenparkett selber handeln würden.

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Bild: © Pavel Ignatov/123rf.com

Die DAX30 Tages Updates lesen sich so Tag für Tag ein wenig ähnlich. Die Ausnahme ist natürlich, wenn ein Unternehmen oder eine Zentralbank sich zu einer Entscheidung durchringen kann. Der Streit um den Brexit hat auch Auswirkungen auf den Kurs des britischen Pfund Sterling. Dieser befindet sich nicht erst seit Monaten, sondern nun schon seit bald drei Jahren mehr oder weniger ungebremst im Sinkflug. Er schafft es, sich jeweils vorübergehend aufzubäumen, doch die Tendenz zeigt eindeutig nach unten - wohl noch mindestens bis in der Sache Brexit dereinst einmal klare Fakten auf dem Tisch liegen werden.

Licht am Horizont bei den Autobauern und Rückversicherern

Wenn an der Börse aktuell viel mehr und viel zu viel von den politischen Einflüssen geredet wird, kann sich wenigstens die Automobilindustrie ein wenig freuen. Die beiden Autobauer Nissan und Renault arbeiten nämlich wieder daran, ihren Disput, der durch den Nissan-Chef und ehemaligen Renault-Chef Carlos Ghosn ausgelöst worden war beizulegen. Wie tief die Spuren dieses Disputs gehen, lässt sich alleine schon daran erkennen, dass es Gespräche zwischen den Wirtschaftsministern Frankreichs und Japans benötigte, damit sich die beiden Konzerne überhaupt mit einer Beilegung des Streits befassten. Der Disput war ausgebrochen, als Carlos Ghosn von der japanischen Börsenaufsichtsbehörde in ein Verfahren verwickelt wurde.

Mit der nordamerikanischen Hurrikan-Saison kommen auch die Rückversicherer wieder vermehrt in den Fokus, nicht zuletzt weil die aktuelle Saison mit Dorian einen der größten Stürme der letzten Jahre mit sich gebracht hat. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) vermutet dennoch, dass die Rückversicherer sich vermehrt auf gute Geschäfte einstellen können. Im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren dürfte es ihnen vor allem wieder gelingen, die Kapitalkosten zu erwirtschaften, was für die Stabilität eines Unternehmens stets von großem Vorteil ist. Dennoch gibt es auch für die Rückversicherer laufend neue Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, aber auch Verbesserungen auf dem Markt.

 

 

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