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Sunrise mischt Handymarkt auf

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Nach gut 15 Jahren der Handysubventionierung hebt Sunrise als erster Schweizer Anbieter dieses Geschäftsmodell auf. Während für Sunrise-Kunden die Tarife für Handy und Abonnement transparenter werden, wird der Vergleich mit den anderen Anbietern aber schwieriger. Gleichzeitig mit der Systemumstellung hat Sunrise die Handytarife angepasst. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und dschungelkompass.ch haben die neuen Tarife analysiert und mit denjenigen von Orange und Swisscom verglichen.

Ab sofort gibt es bei Sunrise keine durch die Abonnementskosten subventionierten Handys mehr: Der Kauf eines Handys und das Abschliessen eines Abonnements werden strikt getrennt, wie der Telekommunikationsanbieter heute in einer Medienmitteilung bekanntgab. „Für die Konsumenten ist dieses System transparenter, sie sehen auf den ersten Blick, wie viel das Handy und wie viel das Abonnement kostet“, sagt André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Für die Konsumenten wird allerdings der Vergleich zwischen den Anbietern – paradoxerweise – schwieriger: Während bei Sunrise der Handypreis nicht mehr im Abonnement enthalten ist, ist dies bei den anderen Anbietern wie Swisscom oder Orange in der Regel nach wie vor der Fall. 

Wechsel zu einem günstigeren Abonnement jederzeit möglich
Die Entkoppelung von Handy und Abonnement erlaubt Sunrise die Abschaffung der Mindestvertragsdauer: Neu können die Sunrise-Kunden ihren Vertrag zu einem beliebigen Zeitpunkt auf Ende des nächsten Monats kündigen. Zudem ist ein Wechsel zu einem anderen – auch günstigeren – Sunrise-Abonnement jederzeit möglich.   Diese Systemumstellung ist ein deutlicher Fortschritt, bisher kannte Sunrise nicht nur eine Mindestvertragszeit von 12 oder 24 Monaten, sondern auch noch eine automatische Vertragsverlängerung von 12 Monaten nach Ablauf der Mindestvertragszeit, sofern man sein Abonnement nicht rechtzeitig kündigte.

Die SKS hatte Sunrise seit mehreren Jahren dazu aufgefordert, diese Knebelverträge aufzuheben – nun wird dies umgesetzt. Auch Orange hat angekündigt, die automatische Vertragsverlängerung  abzuschaffen, Swisscom hat diesen Schritt bereits früher vollzogen.  Für den Handykauf bietet Sunrise eine Ratenzahlung an. Der einzige Haken: Wer das Handyabo vor 24 Monaten kündigt, muss den Restbetrag für das Handy auf einmal zurückbezahlen.

Tarifvergleich
Nebst der Systemumstellung hat Sunrise auch seine Tarife angepasst. Oliver Zadori von dschungelkompass hat für drei Nutzerprofile (Wenig-, Mittel- und Vielnutzer, siehe Definition am Ende der Medienmitteilung) analysiert, ob die neuen Sunrise-Tarife günstiger sind als die alten und wie sie im Vergleich zu Swisscom und Orange abschneiden. 

Vorbemerkung: In der Zeile „Preis ohne Handy“ werden die Abonnementskosten ohne Handykauf aufgeführt. Bei Swisscom ist jedoch jeweils ein vergünstigtes Handy auch bei den Kosten „ohne Handy“ inbegriffen, da diese Abonnements nur in dieser Form angeboten werden -  wer auf ein neues Handy verzichtet, erhält bei der Swisscom keinen Rabatt auf den Abonnementspreis. Die Zeile „Hinweis günstigere Möglichkeit“ bezieht sich ebenfalls auf die Kosten ohne den Kauf eines Handy. In der letzten Zeile werden die Kosten der Abonnemente inklusive dem Kauf des derzeit populären iPhone 5s 16 GB berechnet. 

Der Wenignutzer bezahlt durch die heutige Abonnementsumstellung bei Sunrise 38.50 Franken, rund 12 Franken mehr als vorher. Bei Swisscom kostet die gleiche Nutzung 57.40 Franken. Am günstigsten ist Orange mit einem Preis von 31.60 Franken.*** Für den Wenignutzer sind allerdings bei Swisscom und Sunrise Prepaid-Angebote am günstigsten (siehe „Hinweis günstigere Möglichkeit“). Die Kosten inkl. neuem iPhone sind bei Orange und Sunrise fast gleich, bei Swisscom ist dieses Angebot rund 15 Franken teurer.

Der Mittelnutzer kommt bei Sunrise neu 20 Franken günstiger davon (64.20 Fr statt wie bisher 84.20 Fr.). Orange verlangt 67 Franken*** und Swisscom 99 Franken (bei einer Internetgeschwindigkeit von 7.2 Mbit/s). Auch beim Mittelnutzer sind die Kosten inklusive neuem iPhone bei Orange und Sunrise fast gleich, Swisscom verlangt rund 16 Franken mehr.

Der Vielnutzer bezahlt bei Sunrise neu 83.30 Franken, 10 Franken weniger als bisher. Der Preis von Orange (86 Fr.) ist vergleichbar. Der Preis von Swisscom (105 Fr.) ist am höchsten. Beim Kauf eines neuen iPhones schneidet Orange mit 109.90 Fr. am günstigsten ab, vor Sunrise (114.30 Fr.) und Swisscom (117.45 Fr.)

Fazit: „Durch die Umstellung wird Sunrise für Mittel- und Vielnutzer günstiger, für Wenignutzer teurer. Für Sunrise-Kunden werden durch die Trennung von Abonnement und Handykauf die Preise transparenter, der Vergleich mit anderen Anbietern wird jedoch erschwert. Je nach Anforderung an die Internetgeschwindigkeit oder persönlichem Profil können zudem noch günstigere Angebote – auch bei in der Analyse nicht aufgeführten Anbietern – gefunden werden“, resümiert Oliver Zadori von dschungelkompass und weist darauf hin, dass die aufgeführten Nutzerprofile Beispiele sind, die im Tarifvergleich auf die eigene Nutzung angepasst werden können.

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