Las Vegas: Deutsche Bank betreibt Spielcasino
In zwei Wochen, am 15. Dezember, eröffnet die Deutsche Bank ihr erstes eigenes Kasino in der Zockerstadt Las Vegas. Dabei sind die Frankfurter ungewollt zum Handkuss gekommen. Denn nachdem der ursprüngliche Betreiber und Immobilienmogul des "Cosmopolitan", Ian Bruce Eichner, 2008 die Zinsen für einen 768 Mio. Dollar schweren Kredit der Deutschen nicht mehr zahlen konnte, entschied sich das Institut, in Eigenregie weiter zu bauen.
"Obwohl Las Vegas ein schwieriges Pflaster mit teilweise großen Überkapazitäten ist, gehört das Cosmopolitan zu einer neuen Generation von Hotels, die sich am Markt etablieren kann", so Martin Himmelbauer, ausgewiesener Marktkenner und Sprecher der Casinos Austria AG. Mit einer Investitionssumme von fast vier Mrd. Dollar gehört das Deutsche-Bank-Hotel zu den bisher größten Projekten am "Strip".
Die Dimensionen sind beeindruckend. 83 Pokertische, 1.474 Spielautomaten und knapp 3.000 Hotelzimmer warten auf zahlungsfreudige Kundschaft. Das Vorhaben ist alles andere als eine sichere Investition. Die Deutsche Bank musste bereits eine Mrd. Dollar auf das Megaprojekt abschreiben. Daraufhin hatten schon einige Börsianer an der Wall Street über die Frankfurter gewitzelt. Die Deutschen würden sich die oft kritisierte Kasino-Mentalität zu Herzen nehmen.
Investment erst nach zehn Jahren zurück
Dass die Lage für Deutschlands größte Privatbank alles andere als lustig ist, zeigt sich anhand der Prognosen. Ersten Analysteneinschätzungen zufolge wird die Bank mindestens zehn Jahre benötigen, bis sie ihr Investment wieder verdient hat. "Das Cosmopolitan liegt äußerst zentral. Auch ist das Angebot groß und reicht von Luxus-Spielhallen mit angeschlossenem Hotel über Wellness-Einrichtungen bis hin zu Nachtclubs und Konferenzräumen", erklärt Himmelbauer.
Auch wenn die Deutsche Bank eigentlich nicht als Immobilienentwickler bekannt ist, hatte sie angesichts des Kasino-Booms auf anhaltendes Wachstum gewettet. Die Krise machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Bank selbst übt sich aber in Zuversicht. "Als Finanzinvestor des Cosmopolitan sind wir überzeugt, dass das Management-Team ein herausragendes Geschäft aufbauen und für unsere Aktionäre das Bestmögliche herausholen wird."



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