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Magdeburg: Siebenjährige stirbt vor Angst in Leichenhalle

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Wir machen weiter mit Artikeln aus historischen Schweizer Zeitungen. Heute ein Artikel vom 31.05.1880 aus der St. Galler Zeitung. Wir veröffentlichen diese Texte in der damals vorherrschenden Schreibweise.

In Magdeburg ereignete sich letzhin folgender entseztzlicher Vorfall: In den letzten Tagen ging ein siebenjähriges Mädchen an einem Nachmittag auf den Kirchhof und pflückte bei seinem Herumstreifen eine Blume von einem der Gräber ab.

Der Todtengräber, der dies bemerkte, ergriff die Kleine und wollte dieselbe nicht ohne eine empfindliche Strafe wieder entlassen. Zu diesem Zwecke sperrte er das Kind in die Leichenhalle ein, in welcher zur Zeit vier Todte aufgebahrt lagen.

Der Tag neigte sich zu Ende, es wurde Nacht und die Eltern suchten angstvoll ihre Tochter, welche immer noch nicht heimgekehrt war.

Die Nacht verging, und am Morgen, als der Todtengräber wieder an seine Arbeit gehen wollte, fiel es dem Manne erst ein, dass er gestern ein Kind in die Leichenkammer gesperrt und es herauszulassen vergessen hatte. Ein schrecklicher Anblick bot sich ihm dar, als er in die Kammer eintrat.

Da lag das kleine Mädchen zusammengekrümmt in einer Ecke, mit krampfhaft zusammengeballten Händchen, mit von den Zähnen durchbissenen Lippen, weit aufgerissenen starren Augen, und war todt. Die Angst hatte das arme Kind getötet.

Des Mannes bemächtigte sich sofort die Polizei, welche Noth hatte, die Leute abzuhalten, die in ihrer Wuth den Todtengräber lynchen wollten.

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