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Sportliche Eltern und Geschwister machen Kinder bewegungsfreudiger

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Kinder aus grösseren Familien bewegen sich mehr, ebenso solche mit sportlichen Eltern: Das sind zwei Erkenntnisse aus einer neuen Studie. Erstmals für die Schweiz wurden die Resultate zum Bewegungsverhalten der 6-16jährigen nicht nur mit Interviews ermittelt, sondern mit objektiven Messungen ergänzt.

2013 startete das Schweizerische Tropen und Public Health-Institut (Swiss TPH) mit der SOPHYA-Studie (Swiss children’s Objectively measured PHYsical Activity). Ziel war es, das Bewegungsverhalten von über 1300 6- bis 16-jährigen Kindern aus der Schweiz objektiv zu messen und Faktoren zu erkennen, die sich positiv oder negativ auf das Bewegungsverhalten der Kinder auswirken. Die Resultate wurden einerseits mithilfe von Interviews ermittelt, und andererseits mit Beschleunigungsmessern, die während sieben aufeinanderfolgenden Tagen getragen wurden.

64% erfüllen Bewegungsempfehlungen

Gemäss den Daten aus den Beschleunigungsmessern waren die Kinder durchschnittlich 79 Minuten pro Tag körperlich aktiv und erreichten zu 64% die offiziellen Bewegungsempfehlungen von mindestens 60 aktiven Minuten pro Tag. Es gab allerdings grosse individuelle Unterschiede. Knaben bewegten sich generell mehr als Mädchen und die Aktivität nahm mit dem Alter kontinuierlich ab.

Weitere wichtige Erkenntnisse aus der Studie SOPHYA:

  • Kinder, die in Haushalten mit mehreren anderen Kindern leben, sind körperlich aktiver als Einzelkinder. Von letzteren erreichen 61,6% die Schweizer Bewegungsempfehlungen, bei vier und mehr Kindern sind es 72,4%.
  • Kinder von sportlich aktiven Eltern bewegen sich deutlich mehr als Kinder von Eltern, die keinen Sport treiben.
  • Der freiwillige Schulsport hat einen zunehmend wichtigen Anteil am Bewegungsverhalten der Kinder und Jugendlichen: Er wird am häufigsten von Kindern genutzt, die nicht in Sportvereinen sind.
  • Die Teilnahme in einem Sportverein leistet bereits bei unter 10jährigen einen wichtigen Beitrag zum gesamten Bewegungsverhalten.
  • Die sprachregionalen Unterschiede, die in Befragungsstudien aufscheinen, werden durch die Messungen bestätigt: Deutschschweizer Kinder sind körperlich aktiver als jene aus der französischen und der italienischen Schweiz.
  • Bestätigt werden ebenfalls die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Knaben (89 Minuten pro Tag) sind körperlich aktiver als Mädchen (69 Minuten).
  • Die körperliche Aktivität der 6-16-Jährigen nimmt mit dem Alter ab.

Gemäss Interviewdaten (auch aus früheren Umfragen) sind sozial weniger privilegierte und ausländische Kinder seltener sportlich aktiv. Dieser Unterschied konnte in der gleichen Studienpopulation mit den objektiven Daten aus den Beschleunigungsmessern nicht bestätigt werden. Ob die Kinder sich mehr beim freien Spiel oder spontan bewegen, was durch Befragungen schwierig zu erfassen ist, oder ob ein unterschiedliches Sportverständnis vorliegt, bleibt unklar.

Die Studienleitung lag bei Bettina Bringolf-Isler und Nicole Probst-Hensch (beide Swiss TPH). Für die Feldarbeiten waren Bettina Bringolf (Deutschschweiz) sowie Bengt Kayser (Uni Lausanne/Romandie) und L. Suzanne Suggs (Università delle Svizzera italiana/Tessin) zuständig. Die Studie wurde vom Bundesamt für Gesundheit BAG, der Gesundheitsförderung Schweiz und vom Bundesamt für Sport BASPO unterstützt.

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