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Kanton St.Gallen: Gute Wasserqualität in den Flüssen – mit Ausnahmen

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image Bild: Joujou / pixelio.de

Untersuchungen der Fliessgewässer im Kanton St.Gallen zeigen: Der chemische und biologische Zustand der Flüsse und Bäche ist mehrheitlich gut. Probleme bereiten vor allem Gewässer mit einem hohen Anteil an gereinigtem Abwasser.

Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) untersucht regelmässig die chemische Wasserqualität der grösseren Fliessgewässer im Kanton St.Gallen. In den Jahren 2010 und 2011 wurden ausserdem die Bäche und Flüsse im Einzugsgebiet der Thur und der Sitter bezüglich ihres chemischen und biologischen Zustands genauer unter die Lupe genommen.

Massnahmen bei hoher Abwasserbelastung

Von den grösseren Gewässern im Kanton erhalten der Alpenrhein, der Rheintaler und der Werdenberger Binnenkanal, die Seez und der Linthkanal für alle regelmässig gemessenen Stoffe gute oder sehr gute Noten. In der Thur und in der Sitter, sowie etwas weniger ausgeprägt im Necker, ist eine Grundbelastung mit gereinigtem Abwasser erkennbar. Die Noten fallen hier etwas schlechter aus, die Grenzwerte sind aber immer noch meistens erfüllt. Das gute Resultat ist in erster Linie den Sanierungen von Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in den vergangenen rund 15 Jahren zu verdanken. Unbefriedigend sind die Verhältnisse noch in der Glatt und in der Steinach. In beiden Flüssen wird das gereinigte Abwasser aus den Kläranlagen nur schlecht mit Flusswasser verdünnt. Dies erfordert zusätzliche Massnahmen bei der Abwasserreinigung.

Kleine Fliessgewässer reagieren empfindlich auf Schadstoffe


Vor einem Jahr hat das AFU damit begonnen, auch den Zustand kleiner Fliessgewässer zu überprüfen, bei denen Verdacht auf eine Belastung besteht. Schadstoffe werden in kleinen Bächen nur wenig verdünnt, und oftmals finden sich zahlreiche zweifelhafte Einleitungen. In einigen Fällen hat sich der Verdacht bestätigt, und es konnten Sanierungsmassnahmen angeordnet werden.

Mikroverunreinigungen − Herausforderung der Zukunft


Mikroverunreinigungen finden sich in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens − so etwa in Medikamenten, Reinigungsmitteln oder Kosmetika, in Pflanzenschutzmitteln und industriellen Erzeugnissen. Sie sind biologisch nur schwer oder nicht abbaubar und man kann sie in tiefen Konzentrationen in den Gewässern finden. Mit Ausnahme einzelner Pestizide haben solche Stoffe kaum eine akute Wirkung auf die Wasserlebewesen und sind für den Menschen unbedenklich. Bei chronischer Einwirkung hingegen können sich schädliche Folgen für das Leben im Wasser ergeben. Zudem sind sie im Trinkwasser unerwünscht. Im Kanton St.Gallen hat man vorwiegend in Flüssen mit hohem Abwasseranteil für einzelne Stoffe kritische Werte gemessen.

ARA mit zusätzlichen Reinigungsstufen ausbauen


Die meisten Mikroverunreinigungen lassen sich am effizientesten mit zusätzlichen Reinigungsstufen auf der ARA eliminieren. Der Bund will daher für bestimmte ARA einen Eliminationsgrad für Mikroverunreinigungen von mindestens 80 Prozent in der Gewässerschutzverordnung vorschreiben. Erweitert werden sollen die grossen ARA und diejenigen an belasteten oder empfindlichen Gewässern. Im Kanton St.Gallen sind voraussichtlich etwa zehn ARA betroffen. Dabei könnten auch Zusammenschlüsse sinnvoll sein. Es ist vorgesehen, den Ausbau dieser ARA mit einer Abgabe bei allen ARA teilweise zu finanzieren.

Fischfänge auf tiefem Niveau stabil

Die Menge der gefangenen Fische nahm in vielen Gewässern zu Beginn der 1990er-Jahre deutlich ab und blieb seither auf tiefem Niveau mehr oder weniger stabil. Als Ursachen stehen der Anstieg der Wassertemperaturen, die Fischkrankheit PKD, eine Verminderung des Nahrungsangebotes infolge des Ausbaus der ARA, aber auch Änderungen beim Verhalten der Angler sowie Änderungen beim Einsetzen von Jungfischen im Vordergrund. Durch Renaturierungen kann lokal die Anzahl der Fische in einem Gewässer deutlich erhöht und die Altersstruktur verbessert werde.

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