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Überwachung gentechnisch veränderter Organismen in der Umwelt im Jahr 2012

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Der GVO-Anbau in der Umwelt ist verboten. Freisetzungsversuche zu Forschungszwecken sind vom BAFU zu bewilligen. Seit 2011 führt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) Kontrollen durch, um unbeabsichtigte Freisetzungen von GVO in die Umwelt aufzudecken. Zusätzlich zu den Pflanzen, die im Juni 2012 im Bahnhof St. Johann (BS) und im Hafen von Kleinhüningen (BS) entdeckt wurden, fanden sich auch im Bahnhof Lugano am selben Standort wie 2011 einige transgene Pflanzen.

Das Risiko, dass sich GVO unkontrolliert in der Umwelt ausbreiten, muss möglichst eingedämmt werden, um die Kontaminierung von konventionellen Landwirtschafts­kulturen und Beeinträchtigungen der Biodiversität zu verhindern. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat, wie es die Freisetzungsverordnung (FrSV) vorsieht, zusammen mit den Kantonen ein Überwachungssystem entwickelt, um frühzeitig das unbeabsichtigte Vorhandensein von GVO in der Umwelt festzustellen.

Entdeckung von GVO entlang von Transportwegen

Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat im Auftrag des BAFU Rapspflanzen untersucht, die entlang der Eisenbahnschienen stichprobenartig gesammelt wurden, insbesondere in den Zonen, die das grösste Risiko für eine unbeabsichtigte Freisetzung bergen (Bahnhöfe, Ölmühlen und Häfen). Die an diesen Orten gefundenen transgenen Pflanzen könnten von GVO stammen, die in der Schweiz als Spuren in Futtermitteln geduldet werden.

Mehrere transgene Pflanzen wurden im Bahnhof St. Johann (BS) sowie in den Häfen von Kleinhüningen (BS) und Muttenz (BL) gefunden. Diese Funde wurden im Sommer 2012 in Medienmitteilungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft kommuniziert (siehe Links unter «Internet»). Diese Standorte wurden 2012 erstmals geprüft. Neue Entnahmen im Herbst 2012 bestätigten das Vorhandensein von transgenem Raps im Hafen von Kleinhüningen und im Bahnhof St. Johann.

Einige gentechnisch veränderten Pflanzen wurden des Weiteren in den Proben vom Bahnhof Lugano entdeckt, am selben Ort wie 2011. Es könnte sich hierbei um das Nachwachsen von im Boden vorhandenen Samen handeln. Denn diese können während mehrerer Jahre keimen.

Verschärfte Sicherheitsmassnahmen in den Labors

Die Überwachung des BAFU betrifft auch die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) rund um die Forschungslabors. Diese Pflanze wird in der Genforschung häufig als Forschungsmodell eingesetzt. 2012 wurde die Überwachung auf die Universitäten Bern, Genf und Neuenburg sowie auf das Forschungsgelände von Syngenta in Stein (AG) ausgedehnt. Es wurden keine transgenen Pflanzen gefunden.

2011 wurden einzelne gentechnisch veränderte Pflanzen ausserhalb von Labors der Universitäten von Basel, Lausanne und Zürich nachgewiesen. Nach dieser Entdeckung haben die Kantone in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Institutionen eine Überwachung eingeführt. In allen Labors wurden verschärfte Sicherheitsmass­nahmen eingeführt, z. B. der Einsatz von Haftteppichen an den Gebäudeeingängen oder die regelmässige Reinigung der Böden. Dieses Jahr wurde nur in der Nähe des Labors der Universität Zürich eine einzige transgene Pflanze gefunden.

Entfernen der Pflanzen und Beobachtung der Standorte

Alle transgenen Pflanzen, die im Zuge der Überwachung entdeckt wurden, wurden zerstört. Die Orte, an denen transgene Pflanzen gefunden wurden, werden während mehrerer Jahre aufmerksam beobachtet, um sicherzustellen, dass die Bestände wirklich zerstört wurden.

Keine Nachweise bei Pollen

Wie 2010 wurde im Rahmen der Überwachung von Rapspollen in den Grenzkantonen Schaffhausen und Genf keine Kontamination festgestellt. Das BAFU-Projekt zielt darauf ab, den von Honigbienen gesammelten Pollen auf gentechnisch veränderten Pollen zu untersuchen.

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