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Kanton Schwyz kämpft gegen die "invasiven Neuen"

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image Riesenbärenklau im Naturschutzgebiet Lauerzersee, Sägel, Schutt (Foto: E. Jenny, Oekoskop AG)

Derzeit sind in den kantonalen Naturschutzgebieten wieder Aktivitäten zur Bekämpfung von Neophyten zu beobachten. In den Gebieten Frauenwinkel, Nuoler Ried, Lauerzersee und Tristel stehen Zivildienstleistende im Einsatz fürs Amt für Natur, Jagd und Fischerei, während in der Bätzimatt mit Hilfe von Schülern Massnahmen gegen Goldrute, Japanknöterich und Co. umgesetzt werden.

Die Bekämpfung invasiver Neophyten sieht sich gerade in Naturschutzgebieten nicht selten mit anderen, ebenfalls naturschützerischen Interessen konfrontiert. Diese Zielkonflikte verhindern eine flächige Bekämpfung. Angepasste, gezielte und oft aufwendige Massnahmen sind nötig, um den Problempflanzen Herr zu werden. Goldrute und Japanknöterich müssen in mühsamer Handarbeit einzeln mit der Wurzel ausgerissen oder über mehrere Jahre durch zweimaligen Schnitt geschwächt werden. Der erste Schnitt hat vor der Versamung im Mai-Juni zu erfolgen.

Ein Zielkonflikt ist aber, dass ein früher Schnitt verhindert, dass andere seltene Pflanzen, wie zum Beispiel der Lungenenzian, der für die Schmetterlingsart „kleiner Moorbläuling“ lebensnotwendig ist, ihrerseits absamen können. Deshalb müssen die mit Goldruten befallenen Flächen zielgenau gemäht werden, um die Lungenenzian-Bestände nicht zu gefährden. Auch sind die Bekämpfungsmassnahmen mit dem Vogelschutz zu koordinieren. Fläche, wo störungsempfindliche, gefährdete Arten wie Kiebitz, Drosselrohrsänger oder grosser Brachvogel brüten, sind nicht vor Abschluss der Kükenaufzucht (ab Ende Juli) zu betreten. Diese und andere Interessenskonflikte stellen für die Pflege unserer kantonalen Naturschutzgebiete eine grosse Herausforderung dar.

Erfolg
Bei der Planung der diesjährigen Pflegeeinsätze war es für das Amt für Natur Jagd und Fischerei erneut eine logistisch anspruchsvolle Aufgabe, möglichst allen Naturschutzbedürfnissen gerecht zu werden. Diese Einsätze werden in den Schutzgebieten des Kantons Schwyz nun schon seit mehreren Jahren hauptsächlich mit der Hilfe von Zivildienstleistenden umgesetzt. Würde jetzt die Pflege vernachlässigt oder setzte gar ganz aus, könnten ein paar wenige verbleibende Pflanzen innert kurzer Zeit die Bemühungen von Jahren zunichtemachen. Erfreulicherweise zeichnen sich aber erste Erfolge der langjährigen Anstrengungen ab. So konnte zum Beispiel nach vier Jahren intensiver Bekämpfungsmassnahmen auf praktisch allen speziell eingerichteten Testflächen im Frauenwinkel ein deutlicher Rückgang der Goldruten verzeichnet werden. Der langwierige Kampf lohnt sich!

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