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Fracking-Boom könnte Co2-Emissionen bis zu 12 Prozent erhöhen

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Fracking ist in aller Munde und Politiker überschlagen sich mit neuen Phantastereien über eine "klimafreundliche" Energiegewinnung. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass diese Methode zu einem massiven Anstieg der Co2 Emissionen führen könnte.

Eine "klimafreundliche" Gewinnung von Erdgas, wie Politiker gern anführen, gibt es offenbar nicht und kann als die bewusst ausgesprochene Unwahrheit abgetan werden. Eine neue Studie zeigt, dass Fracking die CO2-Emissionen um 4,5% im Median steigen lassen würde. Kommt dazu noch das entweichende Methan, steigt die Zahl auf 9,5%.

Mit ständigen Falschmeldungen versuchen Politiker und Energiemultis darzustellen, dass die Gewinnung von Schiefergas drei entschiedende Vorteile gegenüber bestehenden Formen der Energie aus fossilen Brennstoffen hätte: es sei billig, es hätte einen niedrigeren Einfluss auf die globale Erwärmung hat und würde die Abhängigkeit von ausländischen Importen reduzieren. Die Internationale Energieagentur (IEA) sagt sogar, bei einer grossen Schiefergasförderung vor der Mitte des Jahrhunderts, sei Schiefer auf gleicher Augenhöhe mit Gas, Kohle und Öl.

Die Behauptung das Schiefergas für niedrigere Energiepreise sorgen werde, wird bereits von vielen Experten zurückgewiesen, einschliesslich der Industrie selbst. Lord Browne, der ehemalige Chef von BP und derzeitige Vorsitzende des führenden Schiefergasunternehmens Cuadrilla erklärte schon dem britischen Premier Cameron und der deutschen Bundeskanzlerin Merkel im vergangenen Jahr, dass z.B. in Grossbritannien Fracking nicht die Gaspreise reduzieren werde.

Die Forscher erklärten, dass eine Fülle von Gas zu einem höheren Verbrauch führen würde auch wenn eine wachsende Bevölkerung und Wohlstand berücksichtigt werden. Wenn Gas billig ist, dann verbrauchen die Menschen mehr davon. Die Politik nimmt jedoch an, dass die Gaspreise fallen würden, im Widerspruch zur Ansicht der Industrie in Europa. Wenn die Preise gleich bleiben, wie bei Öl und Kohle, ist jedoch damit zu rechnen, dass die Auswirkungen auf die globale Erwärmung noch gravierender sein werden.

So bleibt der Klimaschutz als Kernstück des Schiefergas-Arguments. Es wird Kohle und Öl mit Gas ersetzen, so wird argumentiert und es würden weniger Kohlendioxid-Mengen pro Energieeinheit produziert die ein wichtiger Beitrag zur globalen Erwärmung sind. Doch eine neue in der Zeitschrift "Nature" veröffentlichte Studie zeigt, dass sich dies wahrscheinlich nicht bewahrheiten wird.

Haewon McJeon vom "US Pacific Northwest National Laboratory" hat zusammen mit Teams aus Australien, Italien, Deutschland und Österreich fünf verschiedene Modelle untersucht was passieren würde, wenn ausreichend Gas auf dem Markt gebracht wird. Sie kamen zu dem Schluss, es würden sich in der Tat die Dinge ändern aber niemals den Klimawandel mildern.  Eine umfängliche Schiefergasförderung würde voraussichtlich mehr CO 2 in die Atmosphäre emittieren als beim bisherigen vom Menschen verursachten Klimawandel. Rechnet man das "flüchtige Methan" dazu kommt es sogar noch schlimmer. Methan ist ein anderes Treibhausgas, das 20-mal mehr die wärmenden Eigenschaften von Kohlendioxid hat. Im Modell der Teams zeigte sich, dass damit die Klimaerwärmung zwischen + 7% bis + 12% bis zum Jahr 2050 beschleunigt wird.

Das Team lieferte eine weiteres unwahrscheinliches Szenario, bei dem Kohle verboten würde, um die Wirkung von neuen Gasreserven auf den Klimawandel zu beobachten. Die dadurch bewirkte CO 2-Emissionsreduktionen würde lediglich 6% geringer sein, immer noch ein langer Weg zu den erforderlichen 80%.

Diese neue Bericht bestätigt letztendlich was der IEA ist seit geraumer Zeit bekannt ist. Sie gibt an, dass die Gewinnung von Schiefergas sogar die globale Erwärmung um 3.5 Grad erhöhen könnte.

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