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Kein Streptomycin im Jahr 2016

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Am 10. Februar hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) publiziert, dass es im Jahr 2016 Pflanzenschutzmittel mit dem Antibiotikum Streptomycin als Wirkstoff zur Bekämpfung der Bakterienkrankheit Feuerbrand im Kernobstbau nicht mehr zulässt. Das BLW setzt damit die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes um, wonach die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln nur als Ergänzung und als letztes Mittel zu den vorrangigen, präventiven Massnahmen angesehen werden darf.

Dieser Entscheid war schon längst überfällig. Umso unverständlicher ist es, wenn jetzt einzelne Kantone und interessierte Kreise massiv politischen Druck gegen das Verbot machen. Dass es auch ohne auf die Obstbäume gespritzte Antibiotika geht, beweisen z.B. die Obstbauern im Süddeutschen Raum oder die Biobauern.
 
Der Dachverband der Schweizer Imker APISUISSE begrüsst diesen Entscheid sehr und vertraut darauf, dass das BWL daran festhält.
 
Streptomycin ist ein Antibiotikum, welches auf die offenen Blüten der Obstbäume gespritzt wird. Von dort wird es von den Bienen mit dem Nektar aufgenommen und in den Bienenstock getragen, wo es in den Honig gelangt. Derart verunreinigte Honige müssen entsorgt werden. Bereits im Jahre 2008 wurde aber auch nachgewiesen, dass sich Spuren dieses Antibiotikas in den Äpfeln wieder finden lassen. Wie lässt sich das mit einer gesunden Lebensmittelproduktion vereinbaren?
 
Der dauerhafte Einsatz eines Antibiotikums in der freien Natur ist keine nachhaltige und eine potenziell gefährliche Lösung. Dem werden sicher auch die Obstbauern zustimmen. Je schneller Alternativen zum Tragen kommen, desto besser für alle Beteiligte. In diesem Sinne zählen wir darauf, dass die eingeleiteten präventiven Massnahmen sowie Alternativprodukte ihre Wirkung erzielen werden, sodass den Obstbauern keine unannehmbaren Schäden entstehen. Wir Imkerinnen und Imker sind überzeugt, dass mit dem Entscheid ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht wurde, nämlich dem dauerhaften Verbot von Streptomycin zur Bekämpfung des Feuerbrandes.

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