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Der Bonsaibaum, der Hiroshima überlebte und zwei Länder verbindet

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In dieser Geschichte dreht es sich um einen besonders kleinen Baum, der die Höhen und Tiefen der Menschen in den letzten vier Jahrhunderten aus erster Hand miterlebt hat und auch mit uns gelitten hat. Dafür befindet er sich noch in einem erstaunlich guten Zustand, nur Tausende von Kilometern von seinem Geburtsort entfernt.

1945, während des Zweiten Weltkriegs, gehörten der Bonsai der Familie Yamaki, die zu dieser Zeit nur drei Kilometer von der Stelle entfernt lebte, an der die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde. Am 6.August 1945 wurde aus dem Bomber Enola Gay die Atombombe „Little Boy“ abgeworfen. Die Explosion in 600 Meter Höhe zerstörte gegen 8:00 Uhr morgens über 80 Prozent von Hiroshima und tötete sofort über 90.000 Menschen. Im Stadtkern wurden alle Fabriken, Wohnhäuser, Casino und Gebäude pulverisiert.  Es wird geschätzt, dass an den Spätfolgen weitere 166.000 Menschen starben. In Japan werden die Überlebenden der Katastrophe als „Hibakusha“ bezeichnet. Sie leiden noch heut an den Folgen der Verstrahlung. Wie durch ein Wunder überlebten sowohl der Baum, als auch die Familie die Explosion und die anschliessende Schockwelle.

Inmitten einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strömung, die immer rauer und karger wird, stellt die Wissenschaft normalerweise einen kleinen Garten dar, in dem interessante Neuigkeiten, überraschende Fortschritte oder kleine und neugierige Kuriositäten gedeihen. Eine winzige Oase abseits des Medienlärms, in der es mit grösserer Wahrscheinlichkeit optimistische Geschichten wie diesen hundertjährigen Bonsai gibt, der als Verbindung zweier einander gegenüberstehender Länder gedient hat und der bis heute wächst.

Der japanische Begriff Bonsai bedeutet wörtlich, Anpflanzung in der Schale. Es ist eine traditionelle japanische Kunst, die auf dem Wachstum von Bäumen oder Sträuchern beruht, wobei die Grösse und das Aussehen durch verschiedene Techniken wie Transplantation, Beschneiden, Abkneifen sorgfältig kontrolliert werden. Auf diese Weise werden die Form und Grösse modelliert und ein Bild erschaffen, das uns an die Natur erinnert. Die Kunst der Bonsai entsand wahrscheinlich in China, wo sie Penjing genannt wird. Nach dem chinesischen Verständnis ist Penjing die Kunst, eine Hamonie zwischen den Elementen zu erschaffen und die belebte Natur dem Menschen in miniaturisierter Form darzustellen. In Japan bezieht sich die Kunst aber fast vollkommen auf die Baumkunst, bei der nach formellen Kriterien Bonsai gestaltet werden.


Bild: © US National Arboretum


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