Erosionsrisiko sichtbar gemacht
Im Talgebiet der Schweiz ist beinahe die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen potenziell durch Erosion gefährdet. Welche Flächen betroffen sein können, zeigt die Erosionskarte, die zusammen mit einem technisch-wissenschaftlichen Bericht interessierten Personen ab heute auf der Homepage des Bundesamtes für Landwirtschaft (www.blw.admin.ch) zur Verfügung steht.
Viele Landwirtinnen und Landwirte wissen gut mit dem Erosionsrisiko umzugehen. Dank angepasster Bewirtschaftung kann die Gefahr von Bodenabtrag gering gehalten werden. Die neue Karte kann die Landwirte in diesen Bemühungen unterstützen.
Boden ist die Lebensgrundlage von Mensch, Tier und Pflanze und gehört daher zu den überlebenswichtigen Ressourcen dieser Welt. Besonders qualitativ guter Boden für die Landwirtschaft ist ein knappes Gut und muss deshalb vor Erosion geschützt werden. Abgetragener Boden wird durch die geringe jährliche Bodenneubildungsrate nur äusserst langsam ersetzt. Somit führt Erosion dazu, dass die Bodenfruchtbarkeit im Laufe der Zeit abnimmt.
Aufgrund von Niederschlägen und Hangneigung ist das Erosionspotenzial in der Schweiz hoch. Dank angepasster Nutzung (Grünland, Fruchtfolge usw.) kommt es in der Schweiz im internationalen Vergleich trotzdem selten zu starken Erosionsereignissen. Dieser Erfolg zeigt, dass die Landwirtinnen und Landwirte durch angepasste Bewirtschaftungsmassnahmen das Erosionsrisiko stark vermindern kann.
Dennoch gibt es auch in der Schweiz Erosionsschäden. Einige Kantone entwickelten ihre eigenen Bodenerosionsrisikokarten und setzen diese in der Praxis erfolgreich ein. Eine Karte für die gesamte Schweiz fehlte bisher. Im Auftrag des Bundesamt für Landwirtschaft erarbeitete das Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern zusammen mit der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) eine Erosionsrisikokarte, die die potentiellen Erosionsgefährdungsgebiete in der Landwirtschaft gesamtschweizerisch aufzeigt.
Die Erosionsrisikokarte zeigt aufgrund von Standortfaktoren, wie Hangneigung, Niederschlag und Bodeneigenschaften die potenziellen Erosionsrisikogebiete auf. Je steiler und länger ein Hang und je stärker und intensiver der Niederschlag ist, umso grösser ist das potentielle Erosionsrisiko. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird drei Gefährdungsstufen zugeordnet. Dieses theoretische Potenzial sagt aber noch nicht alles über die tatsächliche Erosionsgefährdung aus, denn auch der - nicht in der Karte erfasste - Bewirtschaftungsfaktor beeinflusst den Bodenabtrag.
Die Erosionsrisikokarte kann Landwirtinnen und Landwirte für die Thematik sensibilisieren und gibt den kantonalen Behörden Hinweise, wo sich die Hot-Spots für Erosion befinden. Auf diesen Flächen kann durch eine angepasste Bewirtschaftung das Erosionsrisiko stark vermindert werden.
Die Karten und der technisch-wissenschaftliche Bericht sind auf der Homepage des BLW aufgeschaltet.



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