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Winterthur: Haselmausprojekt entwickelt sich vielversprechend

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Das vom Verein Pro Bilche Schweiz und dem Forstbetrieb Winterthur entwickelte Förderprogramm für Haselmäuse am Reitplatz in Winterthur verläuft vielversprechend. Dank den neu angebrachten Spurentunnels ist die Präsenz und Verbreitung der seltenen Nager im Projektperimeter nachweisbar.

Im Gebiet um den Reitplatz in Winterthur befindet sich eines der nachgewiesenen Vorkommen der seltenen Haselmaus im Kanton Zürich. Der Verein Pro Bilche Schweiz (Bilche ist die Tierfamilie der Haselmäuse) und der Forstbetrieb Winterthur haben ein Förderprogramm entwickelt, um den Lebensraum für die Haselmaus zu verbessern und damit die Population zu stabilisieren und vergrössern.

Das Förderprogramm sieht unter anderem vor, den Wald schrittweise aufzulichten, um die Entwicklung von Sträuchern zu begünstigen, welche ihrerseits Nahrungsgrundlage und Lebensraum für die Tiere bilden. Bereits wurden ein erster Abschnitt des Waldes aufgelichtet, an einer Hecke Ergänzungspflanzungen von Sträuchern vorgenommen sowie Kleinstrukturen eingerichtet. Eine Haselmausbrücke, ein Gerüst aus Seilen und Pflanzen, hilft den kleinen Nagern, die Waldstrasse, welche das Gebiet durchschneidet, sicher und geschützt zu überwinden.

Um das Vorkommen und die Entwicklung der Population zu beobachten, wurden im Projektperimeter verteilt Spurentunnels angebracht. Diese sind aus gebrauchten Tetra Packungen, ungiftiger Tinte und Spurenblättern konstruiert. Beim Durchqueren hinterlassen Haselmäuse charakteristische Spuren. Und tatsächlich: Die Spurentunnels zeigen, dass es im Projektperimeter Haselmäuse gibt, und zwar auch im bisher nicht genau untersuchten tössaufwärts gelegenen Teil bei der Brunibrücke.

Bis 2017 ist geplant, den gesamten Hangfuss und die Ebene südlich der Töss zwischen Autobahn und Brunibrücke als Lebensraum für die Haselmaus aufzuwerten. Die Holzereiarbeiten werden durch das Forstpersonal ausgeführt. Daneben kommen zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer zum Einsatz, unter anderem die Winti Ranger, im Rahmen von Sommerferienjobs und seitens Firmen bei Corporate Volunteering-Einsätzen. Die Projektkosten werden finanziert durch den Verein Pro Bilche, Stiftungen und private Sponsorinnen und Sponsoren. Der Forstbetrieb Winterthur beteiligt sich mit Eigenleistungen und passt die Bewirtschaftung des städtischen Waldes an. Die Haselmausbrücke wurde massgeblich durch das Migros-Kulturprozent unterstützt. Der Umfang der Fördermassnahmen richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Drittmitteln.

Eine grosse Herausforderung im Projekt ist die Bekämpfung invasiver Neophyten, das heisst von gebietsfremden Pflanzen, die im aufgelichteten Waldgebiet hervorragende Lebensbedingungen vorfinden und die einheimische Flora zu verdrängen drohen.

Das Ausreissen dieser Eindringlinge ist sehr arbeitsintensiv und nur dank der Unterstützung durch die freiwilligen Helferinnen und Helfer zu bewältigen. Der Forstbetrieb organisiert solche Bekämpfungseinsätze schon seit einigen Jahren im ganzen Stadtgebiet. Der Erfolg ist heute vielerorts sichtbar. Allerdings beginnt das Problem im Siedlungsgebiet, wo solche Pflanzen, die sich in der heimischen Flora invasionsartig ausbreiten können, nicht mehr kultiviert werden sollten.

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