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Keine Präparate mehr auf Basis von Stutenblut!

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Am 29. September 2015 hat der Kassensturz Recherchen des Tierschutzbundes veröffentlicht, die aufzeigen, dass in Südamerika Stuten unter erschreckenden Bedingungen gehalten werden, um aus deren Blut ein Hormon zu gewinnen, welches auch in der Schweinezucht in der Schweiz eingesetzt wird.

Das Hormonpräparat Pregnant Mare Serum Gonadotropin (PMSG) wird unter anderem in der Schweinezucht zur Auslösung und Synchronisation der Brunst bei Mutterschweinen eingesetzt. Hierfür kommen in der Schweiz insbesondere die Produkte P.G. 600® und Folligon® der Firma MSD Animal Health zur Anwendung. In der Sendung Kassensturz vom Schweizer Fernsehen SRF vom 29.9.2015 wurde über die Gewinnung von Blutserum trächtiger Stuten auf „Blutfarmen“ in Südamerika zur Herstellung des Medikamentes berichtet. (Quelle Stellungnahme GST)

Die Firma MSD distanzierte sich von dem Kassensturzbericht. Sie bezieht kein Blutplasma von der Firma, welche die gezeigte Farm betreibt. Sie bezieht ihr Blutplasma aber zum Teil auch aus Südamerika (Chile und Uruguay). MSD versichert, bereits konkrete Schritte eingeleitet zu haben, um diese Farmen umgehend auditieren zu lassen.

Die offizielle Stellungnahme der MSD hält fest, dass für ihre Produktion, neben behördlichen Auflagen auch vertraglich festgelegte Tierschutz-Standards gelten. Unter Berufung auf die Vertraulichkeit der Verträge konnte MSD aber keine detaillierten Fragen beantworten bezüglich der Vorschriften (z.B. der Referenzwerte für Anämien) bzw. Bildmaterial zu den tatsächlichen Haltungsbedingungen auf diesen Farmen liefern.

Die SVSM und ihre Mitglieder stellen sich auf den Standpunkt, dass Herstellungsmethoden unter tierschützerisch bedenklichen Bedingungen nicht akzeptabel sind. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Schweizer Standards auch bei der Produktion in anderen Ländern eingehalten werden.

Solange keine Transparenz bezüglich der Herstellung der PMSG enthaltenden Produkte der Firma MSD herrscht, empfiehlt die SVSM ihren Mitgliedern, die oben erwähnten Produkte nicht einzusetzen und unterstützt damit die Stellungnahme der GST und den Aufruf der Suisseporcs.

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