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Aargau: Gewinner und Verlierer unter den Wildtieren

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Unsere Wildtiere kämpfen mit ungleich langen Spiessen. Während die Wildschweine und Rehe in der von Menschenhand geprägten Kulturlandschaft profitieren, geraten die Feldhasen immer stärker unter Druck. Eine Herausforderung für das Wildtiermanagement.

Die Auswertung der jüngsten Jagdstatistik zeigt, dass die Wildschweinjagdstrecke im Vergleich zu den Vorjahren regelrecht eingebrochen ist: Im Jagdjahr 2009/2010 wurden gerade noch 558 Wildschweine geschossen; in der Vergleichsperiode des Vorjahres waren es 1'548 Tiere. Dieser Rückgang widerspiegelt zweifellos die Bestandsgrösse. Der jagdliche Eingriff der vorletzten beiden Jagdjahre hat offenbar zu einer wesentlichen Bestandesreduktion geführt.

Wirksam waren auch natürliche Faktoren wie die späten Kälteeinbrüche im März. „Der ausgedünnte Sauenbestand wird sich aber bei Reproduktionsraten von bis zu 300 Prozent schnell erholen“, meint René Urs Altermatt, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei im Departement Bau, Verkehr und Umwelt. „Die diesjährige Freude an etwas weniger durch Wildschweine verursachte Schäden wird deshalb wohl nur von kurzer Dauer sein.“ Wichtigster Aspekt der Schadenverhütung ist und bleibt die grenz- und fachübergreifende Zusammenarbeit aller betroffenen Partner. Das bestätigt sich auch im Rahmen der Erfolgskontrolle des kantonalen Projekts Wildschweinmanagement. Diese und weitere Erkenntnisse werden in einen kantonalen Massnahmenplan einfliessen, der zusammen mit überarbeiteten Weisungen zur Wildschadenverhütung ab Frühjahr 2011 zur Anwendung kommen wird.

Von Jahr zu Jahr weniger schwankend zeigt sich die Jagdstrecke des Rehwilds. Im vergangenen Jagdjahr 2009/2010 wurden 4'864 Rehe erlegt. Rund 750 Rehe fielen dem Strassenverkehr zum Opfer und 74 Rehe wurden von Hunden gerissen.

Feldhasenbestand weiter rückläufig

Ganz anders stehen die Vorzeichen beim Feldhasen. Die Aargauischen Jagdgesellschaften haben im Frühjahr 2010 nach 2001, 2003, 2005 und 2008 zum fünften Mal den Feldhasenbestand erfasst. Das Resultat der diesjährigen Scheinwerfertaxation ist einmal mehr ernüchternd. Die Anzahl der beobachteten Feldhasen ist seit der ersten Zählung im Jahr 2001 von 3'009 auf 1'544 Tiere gesunken. In 50 Jagdrevieren  das sind doppelt so viele wie im 2008  konnten gar keine Hasen mehr gezählt werden.

Im Bezirk Lenzburg sank der Bestand von 2001 bis 2010 um 90 Prozent, im Bezirk Bremgarten um 81 Prozent, im Bezirk Zofingen um 61 Prozent und in den Bezirken Aarau, Baden, Muri und Rheinfelden um über 50 Prozent. Weiterer Indikator für den Bestandesrückgang ist die Anzahl Feldhasen pro 100 Hektaren Feldfläche. Diese Zahl sank im Aargau von 3,8 (2001) über 3,3 (2003), 3,2 (2005) und 2,6 (2008) auf neu 2,0 im Frühjahr 2010. Sie liegt damit unter dem schweizerischen Mittel von 2,7 Feldhasen pro 100 Hektaren (2009).

Intensive Landwirtschaft, Lebensraumzerschneidung und zahlreiche Beutegreifer machen dem Hasen das Leben schwer. Hier steht das Wildtiermanagement vor einer grossen Herausforderung. „Der Feldhase muss gezielter als bisher gefördert werden, sonst droht er auszusterben“, stellt René Urs Altermatt fest.

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