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Worauf beim Online-Dating geachtet werden sollte

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Die Suche nach dem Lebenspartner hat sich in den letzten Jahrzehnten dank des Internets deutlich vereinfacht. Wer keine Lust und Zeit hat, auf den Zufall zu warten, ergreift mit Hilfe von Dating-Börsen, Partnervermittlungen und spezifischen Apps mittlerweile leicht selber die Initiative. Die grosse Liebe im Internet zu finden, unterscheidet sich auf dem ersten Blick deutlich von dem klassischen Kennenlernen durch Freunde und Bekannte oder durch das Besuchen von Bars und Diskotheken.

Wer jedoch einen Blick hinter die Kulissen eines Dating-Profils wirft, der wird erkennen, dass die Unterschiede gar nicht so gross sind wie erstmals erwartet. Kein Wunder also, dass sich die digitale Liebe, insbesondere in unserer durch Arbeit und Privatleben eng strukturierten Welt, in den letzten Jahren grosser Beliebtheit erfreut. Laut einer Studie von der auf Online-Dating spezialisierten Metaflake AG, zeigen sich jeden Monat mehr als 640.000 Schweizer online in den unterschiedlichsten Single-Börsen.

Online-Dating im Wandel


Die klassische Single-Börse hat sich dabei bis heute stark fragmentiert und mit Social-Dating und Adult-Dating neue Wege geebnet. Eine weitere Entwicklung der jüngeren Zeit zeigt sich im Aufkommen von Portalen, die speziell auf kleinere Zielgruppen wie Vegetarier, Senioren oder Alleinerziehende spezialisiert sind.

Das vielfältige Angebot an Online-Plattformen, die sich im Speziellen dem Ziel widmen, Singles zueinander zuführen, kommt nicht von ungefähr. Von den über acht Millionen Einwohnern der Schweiz leben laut der Schweizerischen Eidgenossenschaft in etwa 15% in einem Einpersonenhaushalt. Das entspricht einer absoluten Anzahl von circa anderthalb Millionen Schweizern und Schweizerinnen.

Selbstverständlich sind Bewohner eines Einpersonenhaushalts nicht zwingend Single. Dennoch geht eine 2014 in Deutschland durchgeführte Studie davon aus, dass ein Drittel aller in der Bundesrepublik allein wohnenden Menschen in einer festen Beziehung sind.

Dies lässt immerhin zwei Drittel für den Singlemarkt offen und eine ähnliche Tendenz dürfte ebenfalls in der Schweiz als Wahrscheinlich anzunehmen sein.

Augen auf beim Online-Dating - Vier goldene Regeln

Die wahre Liebe im Internet finden? Das ist doch etwas für Personen, die sonst niemanden abkriegen würden, so erklingt immer mal wieder ein gern gehörtes Vorurteil gegenüber Singleportalen. Mitnichten. Das Bild 1ODa.jpganachronistische Stigma des verzweifelten Online-Daters ist schon seit Jahren widerlegt und lebt lediglich in den Köpfen einiger weniger fort. Ganz im Gegenteil, zeigt sich das Kennenlernen über das Internet heutzutage als gesellschaftlich akzeptierter Weg der Partnersuche. In einer Zeit, in der Arbeit und Verpflichtungen nicht mehr erlauben, auf die klassische Art und Weise einen Partner für das Leben zu finden, bieten Online-Börsen und digitale Partnervermittlungen eine interessante Alternative.

Doch auch beim Online-Dating gibt es genau wie beim klassischen Dating gewisse Regeln zu beachten, die für eine gelungene Partnersuche essentiell sind. Im Folgenden sind vier der wichtigsten Regeln zusammengefasst.

Regel Eins - Realistische Selbstwahrnehmung bei der Partnersuche


Persönlichkeiten sind komplexe Strukturen. Ein wichtiges Element des Online-Dating ist es dementsprechend, sich vor dem ersten Anmelden auf einer neuen Partnerseite darüber im Klaren zu sein, welche eigenen Erwartungen an den möglichen Partner/die mögliche Partnerin gestellt werden. Gleichbedeutend ist es ebenso wichtig, dass bezüglich der eigenen Person eine gesunde Selbstwahrnehmung vorherrscht. Viele Menschen haben erstmals Schwierigkeiten, diese Fragen klar für sich zu beantworten. Eine kürzliche Trennung, Stress im Job, Unerfahrenheit in der Liebe oder die bisher erfolglose Suche nach Mister Right können mögliche Gründe dafür sein.

Als ein häufig gewähltes Hilfsmittel der Selbsterkenntnis haben sich unter anderem persönliche Fragebögen erwiesen, wie sie vor dem ersten Anmelden bei einigen Partnerbörsen auszufüllen sind. Einen solchen Fragebogen hat der deutsche Psychologe und Philosoph Prof. Dr. Hugo Schmale für das Portal Parship.ch kreiert, wie unter parship-info.ch näher erläutert wird. Auf Grundlage seiner langjährigen Forschungen sind spezifische Fragen ausgewählt worden, deren Beantwortung Werte, Grundhaltungen und Verhaltensmuster der Befragten analysiert und in Skalen und Diagrammen ausgewertet werden. Anhand solch einer Methode lassen sich laut dem Forscher Ausprägungen der Persönlichkeit, Gewohnheiten und die eigenen Stärken und Schwächen entschlüsseln und für die Partnersuche verwenden. Denn nur wer sich selbst kennt, kann auch wissen wen er sucht.

Regel Zwei - Ehrlichkeit ist das A und O


Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Wer einem potentiellen Liebhaber/ einer potentiellen Liebhaberin unwahre Informationen zukommen lässt, in privaten Nachrichten flunkert oder auf seinem Profil falsche Tatsachen präsentiert, der wird spätestens beim ersten Treffen merken, dass sich Lügen in digitaler Form gut verkaufen, sich diese aber in der Realität schnell als Luftschloss entpuppen lassen.

Es bringt niemanden etwas, sich in seinem Profil allzu sehr zu verstellen oder mit einem falschen oder alten Bild darzustellen. Das wirkt unecht bzw. nicht authentisch und führt letztendlich dazu, dass vermutlich beide Partnersuchenden enttäuscht nach Hause gehen werden.

Wer einen Schauspieler sucht, der schaut sich besser in Hollywood um. Ehrlich bleiben sollten Mann und Frau aber auch, wenn sich das vermeintliche Traumdate als langweiliger Kaffeekranz herauskristallisiert und keine weiteren Treffen erwünscht sind. Schliesslich wird niemand gerne in der Luft hängen gelassen. Die Höflichkeit gebietet in diesem Fall eine offene und ehrliche Absage an das Gegenüber.

Regel Drei - Immer schön Höflich bleiben

Neben einem ehrlichen Umgang miteinander präsentiert sich die Höflichkeit als ein weiteres ungeschriebenes Gesetz des Online-Datings. Gerade weibliche Mitglieder von Dating-Portalen sehen sich oft einer Flut an Anfragen und Nachrichten gegenübergestellt, deren vollständige Beantwortung leicht einer Sisyphus-Aufgabe gleichkommt. Einige dieser Anfragen werden von zweifelhaften Motiven geleitet und bedürfen keiner näheren Betrachtung. Doch ehrliche Nachrichten, die mit viel Sorgfalt und Witz gestaltet sind, werden aufgrund einer solchen Überschwemmung oft ignoriert. Viele Männer, aber auch Frauen, erhalten niemals eine Antwort auf ihren Flirtversuch. Fairness heisst hier die Devise, selbst dann, wenn ein „Online-Korb“ lästig und zeitaufwendig anmutet.

Ein weiteres No-Go sind verletzende Kommentare. Das Körpergewicht und das Aussehen des Gegenübers sollten stets mit Respekt bewertet werden. Ein „Entschuldige, aber du bist nicht mein Typ“ ist immer noch netter, als ein „Du bist mir zu dick.“ 

Regel Vier - Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Das World Wide Web kann auch heutzutage immer noch ein gefährliches Pflaster sein. Fake-Accounts und Betrüger lauern im Online-Dating-Sektor an vielen Ecken. Eine gewisse Vorsicht sollte zum eigenen Wohl geboten sein. Während die gefälschten Accounts in der Regel durch gespieltes falsches Interesse versuchen, das ausgewählte Opfer auf eine fremde Webseite zu locken, gehen Betrüger geschickter vor und wickeln ihre Beute meist schon vor dem ersten Date um den Finger. Dies kann schriftlich oder durch ein Telefonat erfolgen. Aus diesem Grund sollte vor dem initiierenden Direktkontakt sparsam mit privaten Adress- und Bild 2OD.pngKontaktangaben umgegangen werden. Auch sollte vermieden werden, dass die erste Verabredung in den eigenen vier Wänden stattfindet. Stattdessen ist ein öffentlicher Raum, wie ein Restaurant, ein Café oder ein Bistro, vorzuziehen. Ebenfalls ratsam ist es, sich und dem Gegenüber vor dem Beginn des Dates einen festen Zeitraum von etwa 40 bis 60 Minuten zu setzen. Damit wird ein Sicherheitsnetz gespannt, das vor bösen Überraschungen schützt. Gleichzeitig lässt sich somit ein langweiliges Date problemlos beenden.

Gefahren können jedoch auch dem eigenen Haushalt entspringen. Vor allem für Adult- und Casual-Dater, die sich abseits des langweiligen Ehelebens amüsieren wollen, sollte immer mal wieder ein Blick in den Kofferraum des eigenen Autos geworfen werden. Nicht das am Ende ein geprellter Ehemann aus dem Heck herausspringt, so geschehen im Mai 2013 im Kanton St-Gallen.

Wer diese hier genannten Regeln beachtet, der dürfte bei dem nächsten Ausflug in die digitale Dating-Welt bestens dafür gerüstet sein, sich auf die Suche nach einem neuen Partner/einer neuen Partnerin zu begeben. Eine realistische Selbstwahrnehmung, Höflichkeit, Ehrlichkeit und eine gesunde Portion an Vorsicht ebnen den Weg in eine mögliche neue Beziehung. Die Chancen dafür standen noch nie so gut wie in der heutigen Zeit.

 

 

Foto Mitte: pixabay.com © Geralt (Creative Commons CC0)
Foto unten: pixabay.com © Andi_Graf (Creative Commons CC0)

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